Corona-Test die Zweite

Jetzt musste ich mich zum zweiten Mal auf das Virus testen lassen. Ja es ist wieder Erkältungszeit. Meine Große hat irgendeinen Infekt aus der Schule mitgebracht, ein wenig Schnupfen, ein wenig Husten – bei ihr war das Ganze nach 3 Tagen ausgestanden. Letzten Freitag fing es dann bei mir an, erst mit einer laufenden Nase, dann einem ausgewachsenen Schnupfen und schließlich, seit Montag, etwas Husten. Bei mir ein ganz normaler Infektverlauf. Aber zurzeit ist ja nix normal. Mit Schnupfen unter dem Mundschutz hält man es kaum aus und auch ohne Infekt löst langes Tragen des Mundschutzes gerne mal einen Hustenreiz bei mir aus.

Natürlich war ich diese Woche noch nicht in der Arbeit, ich weiß, dass ich dort im Moment nicht gern gesehen bin. Nach zwei Krankheitstagen benötige aber auch ich eine Krankmeldung und siehe da, der Arzt besteht auf einem Corona-Test, obwohl ich zu keinem Zeitpunkt Fieber hatte.

Die Zeiten sind einfach anders, die Angst, sich anzustecken ist groß. Man will keine neuen Infektionsherde. Die Zeiten, in denen man seine Erkältung einfach alleine zu Hause auskurieren konnte, sind längst vorbei. Ist das die totale Kontrolle? Ein wenig mulmig wird mir schon, wenn ich daran denke. Aber ich bin keine Verfechterin von Verschwörungstheorien und ich fürchte, dass wir uns in dieser Pandemie-Zeit an etwas mehr staatliche Kontrolle gewöhnen müssen. Vor allem in Berufen, in denen man mit Menschen zu tun hat, so wie ich als Lehrerin, werden die Tests verpflichtend und zur gängigen Praxis. Wir sollten damit aufhören, diejenigen zu stigmatisieren, von denen wir wissen oder vermuten, dass sie krank sind und die Wohnung oder ihr Haus nicht verlassen dürfen, denn es kann in diesem Herbst jeden von uns treffen und wahrscheinlich wird es irgendwann zur Normalität werden.

Aber eine Sache treibt mich doch noch um: Kann man diese Tests nicht irgendwie weniger entwürdigend gestalten?

Ich musste über eine Stunde auf dem Flur einer gut besuchten Arztpraxis warten und Blicke von den „normalen“ Patienten über mich ergehen lassen. Als der Arzt schließlich in seiner Schutzkleidung zu mir rauskam, um mich zu untersuchen (ja, das hat er wirklich gemacht!) und um den Abstrich vorzunehmen, waren andere wartende Patienten quasi „live dabei“. Eine Trennwand hätte doch schon genügt…

Was habt Ihr für Testerfahrungen gemacht? Ihr könnt eure Erlebnisse gern in die Kommentarfunktion reinschreiben. 🙂

Weisheiten einer 5-jährigen

Oh ja, die Kleine ist mittlerweile ein Vorschulkind. Hier die aktuellste Begebenheit:

An der festlichen Kaffeetafel anlässlich der Erstkommunion ihrer großen Schwester fragt sie laut und deutlich in einem Moment der Stille: „Wieso hat der Opa der Oma nicht geholfen? Wieso hat er dich nicht abgeputzt?“ [Anmerkung: Meine Eltern sind seit 27 Jahren aus gutem Grund geschieden. Ihr Verhältnis ist mal besser mal schlechter, zurzeit tolerieren sie sich nur.]

„Hilfe, was mach ich nur! Was, wenn die Stimmung kippt?“ denke ich. Einen Moment lang konsternierte Gesichter in der Runde. Dann verteidigt sich mein Vater lautstark:“Hast du eine Ahnung!“ – Meine Mutter, am anderen Ende des Tisches (Wo auch sonst?), schüttelt energisch mit dem Kopf. „Die Jungs hab ich wohl gewickelt, bei dir (ich bin das dritte Kind) weiß ich nicht mehr so genau…“ – Die Rettung kommt von meinem Bruder: „Also ich kann mich nicht mehr daran erinnern“, meint er mit einem Augenzwinkern und fragt in die Runde: „Oder kann sich hier irgendjemand daran erinnern?“ – Allgemeines Gelächter und das Thema ist vom Tisch. Puh, das ist ja noch mal gut gegangen 😉

Heute früh, auf dem Weg zum Kindergarten, fragt M. mich: „Mama, wer in deiner Arbeit hat Corona?“ Schnell sage ich: „Niemand.“ Und denke bei mir: „Oh weh, hoffentlich sagt sie nichts im Kindergarten…“ [An der Schule, an der ich unterrichte, haben wir tatsächlich einen Fall, aber alle, die irgendwie davon betroffen sind, sind längst in Quarantäne.] Jedenfalls wurde M. nicht nach Hause geschickt. Aber so wie’s aussieht, wird es noch viiiiiiiiiiiiiiiiel Stoff für diese Rubrik geben… wär ja sonst auch langweilig, oder? 😉

Plan B

Eigentlich sollte es nach Südfrankreich gehen  – in ein Mobilheim auf einen Campingplatz mit Streichelzoo, riesigem Swimmingpool und allem, was das Kinderherz so begehrt. Und natürlich wollten wir auch einen Abstecher nach Spanien machen, da der Campingplatz nur ca. 30 km vor der Grenze liegt. Und dann kam Corona.

Ja, ich weiß – auch sehr viele von Euch mussten ihre Pläne ändern. Flexibilität haben wir wohl alle gelernt in dieser Zeit.

Jedenfalls konnte ich den Urlaub nicht einfach so stornieren und meine Reiserücktrittsversicherung, die ich vorausschauend abgeschlossen hatte, griff nicht bei Corona (Wieso kann mir eigentlich keiner erklären, warum??).

Nun denn, ich konnte den Urlaub umbuchen – aus dem Mobilheim in Südfrankreich wurde ein Familienzelt im Schwarzwald 🙂

Letzte Woche war es nun soweit und so starteten wir unsere Campingerfahrung Nummer drei. Unser Familienzelt stand am Rande des idyllischen Campingplatzes Kinzigtal etwa 20 Autominuten von Offenburg entfernt. Wir hatten die letzte Zeltreihe und somit beim Frühstück vor unserem Zelt einen herrlichen Ausblick ins Tal und konnten direkt vom Zelt aus kleine Wanderungen starten. Anstelle des Swimmingpools konnten wir kostenlos ins direkt angrenzende und ganz frisch sanierte Freibad der Gemeinde gehen – ein echtes Highlight für die Kinder. Selten waren wir so oft an der frischen Luft wie in diesem Urlaub! Das Wetter war fast die ganze Woche schön und so musste jeden Tag ein anderer Hügel erklommen oder ein anderer Spielplatz entdeckt werden! Der Schwarzwald ist wirklich ein tolles Ziel für Urlaub mit kleineren Kindern!

Und unser Familienzelt? Hat seinen Zweck gut erfüllt. Es war sehr geräumig und hatte zusätzlich zu einem großen Innenraum zwei Schlafkabinen, eine mit Doppelbett und eine mit zwei Einzelbetten, und eine kleine Kochecke mit Kühlschrank und Gaskocher. Nur auf fließendes Wasser und eigene Toilette/Dusche mussten wir verzichten. Morgens und abends haben wir uns eigentlich immer selbst versorgt, tagsüber waren wir meist unterwegs. Nur das Geschirrspülen hat nicht so viel Spaß gemacht – darum haben wir uns immer gezankt. Aber dafür wissen wir unsere Geschirrspülmaschine hier in der Wohnung wieder so richtig zu schätzen 🙂

Obwohl wir am Nachmittag noch gut ins Freibad konnten, waren die Nächte im Zelt schon ganz schön frisch. Die Kinder krochen oft im Laufe der Nacht zu uns Doppelbett und so haben wir dann eng aneinander gekuschelt bis zum Morgen geschlafen.

Für diejenigen von Euch, die sich auch für einen Urlaub im Schwarzwald interessieren, hier noch unsere Highlights:

  • Wald- und Erlebnispfad Bächlewald in Haslach. Ein wirklich schöner Waldspaziergang – allerdings müssen die Kinder sehr lange laufen, bis die Spielstationen kommen. Am Startpunkt liegt ein Gasthaus mit Biergarten und schönem Spielplatz.
  • Park mit allen Sinnen in Gutach. Ein sehr langer und abwechslungsreicher Barfußpfad. Die Hartgesottenen waten auch barfuß durch den Schlamm – ein herrliches Gefühl! Meine Füße waren nach der Runde wunderbar durchmassiert.
  • Sommerrodelbahn in Gutach
  • Wanderung zu 3 Spielplätzen von Steinach nach Bollenbach und wieder zurück. Die Wanderung ist in einem kleinen kostenlosen Wanderführer der Gemeinde Steinach beschrieben.
  • Abenteuerpfad in Hausach mit sehr vielen Spielstationen für Kinder (und zwar von Anfang an!)
  • Deutschlands höchste Wasserfälle in Triberg: sehenswert, aber SEHR touristisch! Achtung, Abzocke: an jeder Kasse wird ein Beutelchen Erdnüsse als Futter für Eichhörnchen verkauft. Bitte nicht kaufen, wir haben kein einziges gesehen und sind der Meinung, dass sich irgendjemand mit den Erdnüssen eine goldene Nase verdient…
  • Tagesausflug nach Freiburg

So, dann habe ich heute mal ein bisschen Werbung für den Schwarzwald gemacht 🙂

Noch mehr gute Tipps findet Ihr auf der Seite von CampingNerd https://campingnerd.de/schwarzwald/

Wir würden jederzeit wieder hinfahren! Aber für nächstes Jahr mache ich lieber noch keine Urlaubspläne… wie haltet Ihr das?