My First Blog Post

Herzlich Willkommen auf meinem Blog!

2025 ist angebrochen und es liegt wieder mal eine lange Sendepause hinter mir – Zeit für eine Aktualisierung.

Mein Name ist Evi, ich bin Ü40 und berufstätige Mutter von zwei wunderbaren Mädels. Die Kleine ist ein Grundschulkind, die Große auf der Realschule.

Wie jede andere berufstätige Mutter auch, versuche ich Beruf und Familie bestmöglich unter einen Hut zu bekommen. Von den Schwierigkeiten und von den vielen Glücksmomenten in meinem Alltag berichte ich auf diesem Blog.

Als hochsensibler Mensch habe ich einen besonderen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen. Im letzten Jahr hat mein noch relativ neues Hobby Weben viel Zeit in Anspruch genommen. Es erdet mich einfach und hilft mir, gut durch den Alltag zu kommen. Leider kann ich hierzu noch nicht allzu viel posten, da ich noch Anfängerin bin 😉 Aber ich mach sicher mal eine Bilderserie.

Viel Spaß beim Stöbern auf meinem Blog! Lasst mir gerne einen Kommentar da, ich freue mich auf einen regen Gedankenaustausch!

Sehnsuchtsort Borkum

Endlich angekommen an dem Ort, auf den wir uns so sehr gefreut haben. Tränen standen mir in den Augen als die Amtsärztin vor Monaten zu mir am Telefon sagte: „Natürlich bekommen Sie die Kur. Sie sollen ja wieder fit werden.“

Nun sind wir endlich hier. Die lange Anreise aus Bayern (über 10 Stunden) haben wir mit Fassung getragen. Bei unserer Ankunft waren wir so K.O. dass wir nur noch ein schnelles Abendessen im Speisesaal eingenommen und unser Zimmer bezogen haben. Nicht mal mehr zum Meer haben wir es geschafft.

Auf dem Zimmer fand ich einen Therapieplan für die ersten Tage. Am Donnerstag standen viele organisatorische Dinge an: Termin bei der Verwaltung, Aufnahmegespräch beim Arzt, Einführung in Nordic-Walking (Jahrelang habe ich diesen Sport als Senioren-Sport abgetan, aber ich muss sagen, die Wirkung auf den Schulter-Nacken-Bereich ist wirklich erstaunlich. Vielleicht bleibe ich sogar dabei 😊), Hausführung, Kurinfotreffen und Einführung in Wirbelsäulengymnastik.

Das Klima hat mich die ersten Tage schon geschlaucht. Mir war leicht schwindlig von der Luft und ich war sooo müde! Aber das hat sich zum Glück schnell gelegt. Hier auf Borkum sind wir sehr aktiv. Fast jeden Tag am Strand. Die Mädels lieben es, im Sand zu buddeln und Muscheln zu sammeln. Über das erste Wochenende hatten wir uns Fahrräder gemietet, mit denen wir Ausflüge zum Strandcafé Seeblick, zum kleinen Leuchtturm und zum Seerosenteich (inklusive Upholm-Hof) gemacht haben. Hier gibt es so viel zu sehen und zu erleben und alles ist so nah! Man kann wirklich jeden Tag etwas anderes tolles machen!

Irgendwie sind die Tage auch länger, da die Wege kürzer und die Hände weniger geschäftig sind. Zum einen gibt es die Kinderbetreuung, in die meine Mädels zum Glück recht gerne gehen, zum anderen kann ich die Zeit mit den Kindern hier ganz anders genießen. Ich habe einfach keine To-Do-Liste, die ich abarbeiten muss. Während meiner Termine sind die Kinder betreut und danach haben wir einfach freie Zeit zusammen. Kein Haushalt oder Einkauf, der einem im Nacken sitzt. Wir genießen die Zeit!!!

Zwischenbilanz nach einer Woche

Die Mädels und ich haben uns gut eingelebt. Die sportlichen Aktivitäten und der Kontakt mit den anderen Müttern tun mir gut. Das Kneippen um 9 Uhr bei 18 °C in der Nordsee sorgt echt für einen Gute-Laune-Kick! Die viele Zeit, die ich hier für mich selbst habe, tut ihr Übriges. Wenn ich müde bin, lege ich mich hin. Wenn ich Lust, auf einen kleinen Stadtbummel habe, dann bummle ich. Wenn ich am Meer spazieren gehe, gehe ich spazieren. Es ist herrlich!

Ab ca. 15 Uhr bin ich wieder voll für die Kinder da. Dann habe ich auch Lust und Kraft für gemeinsame Unternehmungen, Basteleien, Spiele etc.

JedE/r sollte das Recht auf so eine Auszeit haben. Wir können nicht immer nur funktionieren ohne uns jemals um unsere eigenen Bedürfnisse zu kümmern. JedE/r von uns sollte das Recht haben, einfach mal geradeaus vor sich hin zu starren, nach Herzenslust zu lesen oder sich einfach auszuruhen.

Der Alltag läuft doch für uns berufstätige Mütter meistens so ab: Morgens die Kinder fertig machen, Frühstück zubereiten und die Kinder abliefern. Arbeit, nach Hause hetzen (wenn wir Glück haben mit einem Imbiss intus) oder direkt in die Kita, um die Kleinen abzuholen. Alle nach Hause bugsieren, die Kinder nach ihrem Tag auffangen, Geschwisterstreitigkeiten aushalten, Abendbrot zubereiten, die Kinder fürs Bett fertig machen. Und häufig muss man danach noch eine Schicht am Schreibtisch und/oder im Haushalt einlegen, bevor man selbst total erledigt ins Bett fällt.

Hier auf der Kur hat eine Mutter von 4 Kindern zu mir gesagt, dass das Duschen für sie eine kleine Auszeit von den Kindern ist. Da muss doch mehr drin sein!!! Einige sind alleinerziehend, sie sind natürlich noch mehr erschöpft von dem Alltag mit den Kindern.

Nach der Kur gilt es, die Impulse, die man bekommen hat, weiterzuführen und in den Alltag zu integrieren. Einer meiner Vorsätze wird sein, zwei Mal die Woche Sport zu treiben. Man fühlt sich so viel besser, wenn der Körper in Bewegung ist und es zwickt und zwackt viel weniger… mal sehen, ob ich das umsetzen kann.

Nach Woche Zwei

Ich fühle mich von Tag zu Tag erholter und mein Körper fühlt sich richtig gut durchbewegt an. Diese Woche war ich sogar 1 Mal zusätzlich alleine am Strand walken. Man muss nur vormittags zwanzig Minuten vom Nordbad aus in Richtung FKK-Badestrand laufen, dann wird es schon richtig einsam. Der Wind weht einem um die Nase, man ist mit sich und der tosenden Nordsee alleine. Einfach herrlich!

Heute um 9 Uhr stand wieder Kneippen im Meer auf dem Programm – das werde ich wirklich vermissen! Es sieht so lustig aus, wie alle in Badekleidung Hampelmänner am Strand machen. Nach den drei Gängen (beim dritten geht man ganz ins Wasser) fühlt man sich richtig belebt und der Effekt hält auch noch einige Zeit an. Zuhause bleibt da wohl nur Wechselduschen zur Kreislaufanregung.

Die Kinder waren die letzten Tage etwas knatschig und haben sich arg gestritten. Nun gut, auf unserem Zimmer können sie sich nicht wirklich aus dem Weg gehen. Ich denke, sie vermissen langsam ihre Zimmer als Rückzugsmöglichkeit und ihren gewohnten Alltag. Aber heute Abend reist unser Papa an und wir haben uns für die letzte Woche noch ein paar Highlights aufgehoben wie z.B. die Wattwanderung.

Woche 3

Durch den Besuch meines Mannes bekommt die letzte Woche noch eine ganz eigene Dynamik und fühlt sich mehr an wie Urlaub. Natürlich erfülle ich alle Kurtermine pflichtgemäß. Die Nachmittage und Abende verbringen wir aber zusammen. Zwei Mal haben wir es geschafft, uns für eine Stunde am Vormittag zum Strand zu verabreden (nur zu zweit) – was sehr romantisch war!

Ansonsten waren wir noch mal zu viert im Gezeitenland, haben uns ein lustiges Gefährt gemietet, mit dem wir bis zur Aussichtsdüne Olde Düne geradelt sind und wieder zurück und waren natürlich zusammen am Strand, wo wir uns am letzten Sonntag noch das für Borkum obligatorische Strandzelt gemietet haben. Ein echtes Highlight war die Wattwanderung mit Albertus Akkermann. Die Kinder durften ihre Hände nach Herzenslust in Schlamm versenken, Muscheln ausgraben und dann dabei zugucken, wie sie sich wieder eingraben. Zum Schluss durfte (wer wollte und es wollten fast alle!) man noch kniehoch in den schönen Schlick. Die zwei Stunden vergingen wie im Flug!

Am Abreisetag sind wir mit Sack und Pack um kurz nach 7 durch das menschenleere Borkum zum Bahnhof gelaufen… schön war’s!

Fazit

Anfangs hatte ich vor, hier eine Liste mit den Borkum-Highlights zu veröffentlichen. Aber auf Borkum habe ich gelernt, dass ich gar keine Liste brauche. Hier kann man sich einfach treiben lassen und machen, wozu man Lust hat (und natürlich was der Therapieplan der Kur vorschreibt 😊). Zwei Wochen Zeit sollte man auf jeden Fall mitbringen, damit man das richtige Insel-Gefühl bekommt. Es gibt keinen besseren Ort, um Abstand zu den Dingen zu gewinnen und wieder positive Energie zu tanken. Ich habe in meinen 3 Wochen auf dieser schönen Nordsee-Insel nicht alles „geschafft“ – aber das macht nichts, ich bin mir sicher, dass ich wiederkomme…

Michelle Obama: Becoming – Meine Geschichte

erschienen im Goldmann Verlag (18 Euro)

Ganz lange schon stand dieses Buch auf meiner Lese-Wunschliste und seit dem Erscheinen 2018 habe ich immer wieder versucht, dieses Buch aus unserer Stadtbibliothek auszuleihen. Leider ohne Erfolg. Als ich kürzlich während meiner Mutter-Kind-Kur in Borkum ein einziges Taschenbuch-Exemplar im hiesigen Buchladen sah, habe ich sofort zugegriffen und das Buch (560 Seiten) dann auch relativ schnell verschlungen.

Liebe Frauen, lest dieses Buch!!!

Es ist das beeindruckende Zeugnis einer starken Frau. Einer Frau, die nichts beschönigt und unumwunden auch über ihre schwachen Momente spricht. Einer Frau, die auch mit Mitte 50 noch neugierig auf das Leben ist und die sich – wie wir alle – auch heute noch manchmal die Frage stellt, ob sie gut genug ist. Es ist ein Buch, das uns die Bedeutsamkeit der eigenen Biographie aufzeigt und das gleichzeitig Mut macht, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Obama erzählt ausführlich von ihrer behüteten Kindheit, aus der sie viel Kraft schöpft und dem ärmlichen Viertel, der so genannten South Side in Chicago, in dem sie groß geworden ist. Mit sehr viel Ehrgeiz und der nötigen Unterstützung durch ihre Eltern und Lehrer schafft sie den College-Abschluss in Princeton, um dann noch einen Abschluss in Harvard draufzusetzen. Ihr erster Job ist eine gut bezahlte Stelle in einer renommierten Chicagoer Anwaltskanzlei. Ein Aufstieg wie im Bilderbuch.

Weiter schildert sie, wie sie Barack kennen und lieben lernt und kurz darauf einen entscheidenden Wechsel in ihrer beruflichen Laufbahn vornimmt: weg von der Anwaltskanzlei, die Unternehmen berät, hin zum schlechter bezahlten humanitären Engagement.

Auch als das Thema Familienplanung ansteht, berichtet sie offen von den Schwierigkeiten. Ihre beiden Mädchen sind das Ergebnis einer künstlichen Befruchtung. Obama ist in jeder Hinsicht eine mutige Frau.

Natürlich gibt sie nicht das Heimchen am Herd und so kämpft auch sie mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hinzu kommt, dass ihr Ehemann ständig abwesend ist, da er mehrere Jobs gleichzeitig jongliert und schon bald eine Karriere in der Politik anstrebt.

Es zieht sich wie ein roter Faden durch Obamas Leben, dass sie ihre Freundschaften pflegt, neue Kontakte knüpft und sich nie zu fein ist, Hilfe anzunehmen, wenn es schwierig wird.

Das tut sie auch, als Barack in den Präsidentschaftswahlkampf einzieht und sie bei ihren Auftritten als Unterstützerin zunächst als „zornige schwarze Frau“ in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Selbstverständlich erfährt man auch so einiges über das Leben im Weißen Haus und den getakteten und glamourösen Alltag einer First Lady. Das Buch endet mit dem Auszug aus dem Weißen Haus und der Amtsübergabe an Donald Trump. In der Buchmitte finden sich Hochglanzseiten mit persönlichen Fotos von Obama, unter anderem von ihr als Baby, vor dem Traualtar und bei der Vereidigung ihres Mannes zum Präsidenten.

Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, dass Michelle Obama trotz ihres geradezu kometenhaften Aufstiegs bodenständig geblieben ist und nie vergisst, wo sie herkommt. Man spürt ganz oft, dass auch sie „nur“ eine Mutter ist, für die das Wohlergehen ihrer Töchter an erster Stelle steht und das macht sie sympathisch. Gleichzeitig schafft sie es, ihr Herz für die Benachteiligten einer ganzen Nation zu öffnen. So setzt sie sich beispielsweise für den besseren Zugang zu Bildung von Kindern aus benachteiligten Vierteln und für eine gute Absicherung für Militärangehörige und ihre Familien ein. Ein schwieriger Spagat, der ihr während der Amtszeit ihres Mannes gut gelungen ist!