Für Eli – Abschied von einer lieben Freundin

Seit Sonntagmorgen befinde ich mich im Tal der Tränen. Gleich nach dem Wachwerden las ich die Nachricht unserer gemeinsamen Freundin C., in der stand, dass du am Abend zuvor von uns gegangen warst.

Wer hätte das jemals gedacht, dass deine Zeit auf Erden nur so kurz sein würde? Du bist nur 39 geworden. Du hinterlässt einen 3-jährigen Sohn mit einem sonnigen Gemüt und  einen fürsorglichen Ehemann. Ganz zu Schweigen von deinen armen Eltern und deinem jüngeren Bruder. Das wunderschöne neue Haus, das gerade erst fertiggestellt worden war, konntest du nur sehr kurz bewohnen.

Das Leben kann so ungerecht und grausam sein, diese Erfahrung müssen wir leider immer wieder machen. Und in diesen Tagen umso mehr, denn dein früher Tod ist einfach nur schlimm!

Von uns drei Unifreundinnen warst du immer schon die Quirligste und Ehrgeizigste. Wir haben immer nur gedacht: Wie schafft die Eli das alles? Neben dem Lehramtsstudium hast du noch Tennisstunden gegeben und Nachhilfe erteilt. Bis zuletzt hast du immer weiter Zusatzqualifikationen erworben und  immer neue Ideen und Projekte geschmiedet. Deine Energie war unbändig genauso wie deine Hilfsbereitschaft

Ich erinnere mich gut, wie du mir nach einer schwierigen Trennung beim Packen der Umzugskisten geholfen hast. Du warst immer da, wenn man dich gebraucht hat.

Zwischenzeitlich haben wir uns etwas aus den Augen verloren, jede war mit ihrem beruflichen und familiären Alltag gut ausgelastet. Aber wir wussten immer übereinander Bescheid und wenn sich die Gelegenheit bot, wenn Du z.B. zum Schulausflug in Nürnberg warst, haben wir uns immer getroffen.

Ich bin dankbar und froh, dass wir im letzten Jahr wieder engeren Kontakt hatten. Meine Long Covid-Erfahrung war irgendwie ein Türöffner und du konntest mit mir über deine Krankheit sprechen. Wir haben uns Sprachnachrichten geschickt und waren einander wieder näher. Ich habe dich immer bewundert für deinen unerschütterlichen Optimismus und deinen Kampfgeist. Nach einer komplizierten OP hast du mit eiserner Disziplin wieder Laufen gelernt. Dein kleiner Sohn war deine größte Motivation. Nie hast du gejammert, du warst immer geduldig und hast bei alledem auch immer an die Anderen gedacht. Du warst wirklich sehr tapfer!

Wie schön war es, dass wir im letzten Sommer noch zwei unbeschwerte Nachmittage mit dir verbringen durften! Bei Stockbrot und Lagerfeuer verbrachten wir herrliche Stunden bei C. und M.. Wir plauderten über dies und das und du warst voller Tatendrang wie immer und wir alle haben geglaubt und gehofft, dass du wieder ganz gesund wirst.

Es tut mir in der Seele weh, zu erfahren, wie schlecht es dir in den letzten Wochen ging. Dass du nun so kurz vor Weihnachten verstorben bist, kann ich mir nur so erklären: Der liebe Gott hat, jetzt kurz vor dem Fest der Liebe, seinen allerbesten Schutzengel heimgeholt. Danke, liebe Elisabeth, für den Weg, den ich mit dir gehen durfte. Ich werde dich schrecklich vermissen. Und ich weiß: Du bleibst für immer in meinem Herzen.

Deine Evi