Der Salzpfad von Raynor Winn

Auf dieses Buch bin ich gestoßen, als ich den Flyer eines Programmkinos durchblätterte. Da hieß es der gleichnamige Film wäre die Verfilmung eines Bestsellers.

Sogleich machte ich mich auf die Suche nach dem Buch und entdeckte es in der Stadtbibliothek bei der Reiseliteratur. Der Roman aus dem Jahr 2018 erzählt die beeindruckende Geschichte eines Ehepaars, die beide in den 50ern sind und aufgrund einer unüberlegten Geldinvestition ihr ganzes Hab und Gut verlieren. Mangels Alternativen und weil sie Freunden und Verwandten nicht zur Last fallen wollen, begeben sich Ray und Moth auf Wanderschaft. Sie wandern den ganzen South West Coast Path von Minehead in Somerset bis Poole in Dorset.

Ihre Ausrüstung beschränkt sich aufs Wesentliche und sie haben wöchentlich nur einen kleinen Geldbetrag zur Verfügung. Leider sind Armut und Obdachlosigkeit nicht ihre einzigen Sorgen: Kurz vor Antritt der Reise erhält Ehemann Moth auch noch die Diagnose einer unheilbaren Krankheit.

Das autobiographische Buch erzählt ihre Reise in allen Details. Von den anfänglichen Schwierigkeiten bis hin zu netten und weniger netten Begegnungen unterwegs. Es schmerzte mich zu lesen, wie häufig Ray und Moth verjagt wurden und wie schnell sich die Menschen von ihnen abwandten, wenn sie den wahren Grund ihrer Reise verrieten. Die Erlebnisse in der Natur entschädigten Vieles.

Am Ende der Reise kann das Ehepaar trotz allem wieder mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Eine fesselnde Geschichte über eine große Liebe, über Verlust, Neuorientierung und über den South West Coast Path. Absolute Leseempfehlung, nicht nur für Wanderinteressierte!

Pam Pam Ida fast unplugged in Lauterhofen

In ungewöhnlicher Besetzung gab Pam Pam Ida in einem ausverkauften Lauteracher Hof ein Sommerkonzert vom Feinsten.

„Das sind doch nicht alle!“, war mein erster Gedanke, als die Idas die Bühne betraten. Tatsächlich waren sie „nur“ zu dritt: Leadsänger Andreas Eckert, Gitarrist Daniel Randlkofer und Jürgen „Charlie“ Neumeier am Kontrabass. Unterstützt wurden sie von der erstklassigen Violinistin Kristin Schorr aus dem Silberfischorchester.

Andi versicherte sogleich, dass der Auftritt so nicht geplant war und dass sie alles dafür tun würden, dass am Ende alle glücklich wären. Er sollte Recht behalten.

Die Formation spielte eine gelungene Mischung aus alten und neuen Liedern. Die Musik war sehr dicht und die gefühlvollen Texte kamen sehr gut zur Geltung. Es war ein Erlebnis, Charlie den Kontrabass spielen zu sehen. Ein Mal mehr überzeugte Daniel Randlkofer mit seinen Fingerfertigkeiten an der Gitarre, Kristin Schorr verzauberte und bereicherte mit ihrem Geigenspiel und Andi führte gekonnt durch den Abend. Häufig wurden Instrumente hin- und hergereicht und für ein paar Lieder setzte Andi sich sogar ans Schlagzeug!

Jede/r im Publikum konnte sich davon überzeugen, dass hier echte Vollblutmusiker auf der Bühne standen, die mehrere Instrumente beherrschten und viel mehr getan haben, als das Konzert einfach nur „zu retten“. Vielen Dank für Eure Spielfreude, Euer Gefühl und den wunderschönen Abend!

Wir haben die Zeit sehr genossen, besonders auch in dieser schönen schattigen Location, ideal für einen heißen Sommerabend. Schöne Grüße an Julian, Christian und Thomas und bis bald beim nächsten Konzert!