Leben im Mehrgenerationenhaus in Coronazeiten – es geht wieder bergauf

Endlich, es gibt sie wieder – die Momente, die mich spüren lassen, warum ich hier eingezogen bin!

Ein Sonnwendfeuer am Sommeranfang – abgehalten zwischen zwei Regenpausen – bringt eine Runde von Menschen (natürlich mit dem gebotenen Abstand!) im Garten zusammen.

Friedlich und auch ein bisschen demütig sitzen wir da, die Atmosphäre ist ruhig.

Die Kinder stromern zu später Stunde noch durch den Garten.

Heute geht es mal nicht darum, was wen stört und wer wann wie viel Krach macht.

Heute wollen wir einfach nur ein bisschen sitzen und plaudern und spüren, was uns mit den Menschen verbindet, mit denen wir vor 6 Jahren in dieses Wohnprojekt gezogen sind.

Nicht nur meine Seele atmet auf…

Ein Mehrgenerationenhaus in der (Corona-)Krise

Wir leben in einem Mehrgenerationenhaus mit über 60 Mietparteien und einem großen Gemeinschaftsgarten. Nicht gerade eine einfache Wohnform zur Zeit. Der heutige Tag sowie die letzten Wochen und Monate haben mich zu diesem Text inspiriert.

Wir haben uns bewusst für diese Wohnform entschieden.

Wir teilen

-einen wunderschönen Garten,

-einen Raum, in dem wir uns normalerweise oft und gerne treffen,

-viele schöne Momente bei gemeinsamen Festen.

Jetzt, da das Gewohnte weggebrochen ist und wir sozusagen „zwangssepariert“ sind

-fällt vielen die Decke auf den Kopf.

Da ist die Angst, sich anzustecken.

Da sind die langen, gleichförmigen Tage, die es zu bewältigen gilt.

Und was tun wir?

Gucken, wer bei wem ein- und ausgeht,

Fangen Streit an,

Überlegen, wer krank sein könnte,

Regen uns immer wieder über den Lärm der spielenden Kinder im Hof auf, anstatt uns daran zu erfreuen.

Die Krise macht uns definitiv NICHT zu besseren Menschen…

Und an Tagen wie diesen frage ich mich: Werden wir diese Krise unbeschadet überstehen?

Wo sind sie hin?

Die Toleranz, das gegenseitige Verständnis, das Mitgefühl und, vor allem, die Unbeschwertheit.

Bitte, kommt zurück!!!