Urlaub auf dem Bauernhof

Als unsere Große klein war sind wir zwei Mal auf einen Pferdehof nahe des Ammersees gefahren. Es waren entspannte Urlaube mit Kleinkind. Nach unserem zweiten Urlaub haben die Betreiber das Anwesen leider verkauft und sind in Rente gegangen.

Nun verlangte unsere Kleine (aktuell 10 Jahre alt und sehr tierlieb) regelrecht „Urlaub auf dem Bauernhof“. Auf der Homepage des Blauen Gockel  , ein Gütesiegel für Ferienhöfe in Bayern, fanden wir den Familienhof Pauli in Katzenbach im Bayerischen Wald.

Wir kamen an einem verregneten Tag an. Unsere Kleine streifte sich sofort ihre Regenhose über und begann, den Hof zu erkunden. Am Hang in Richtung Wald gibt es ein großes Trampolin für die Kinder, außerdem zwei Holzpferde, auf die man klettern kann sowie ein Klettergerüst mit Rutsche und Schaukel. Auch ein kleiner Fuhrpark bestehend aus mehreren Kettcars steht für die Kinder zur Verfügung. Für die Größeren (und für die Papas) gibt es eine Tischtennisplatte und einen Kicker (beides überdacht).

Natürlich gibt es auch jede Menge Tiere auf dem Bauernhof: zwei Ponys (Lotte und Pia), Schafe, Kaninchen, den gutmütigen Hofhund Molly und natürlich – Nomen est omen – viele Katzen. Auf dem angrenzenden Hof der jungen Familie leben außerdem zahlreiche Kaltblutpferde, die man häufig auf der Koppel sieht.

Von nun an hörte ich öfter „Mama, ich geh noch mal raus!“ – sowohl von der Kleinen als auch von der Großen. Die Kinder durften jederzeit in den Stall zu den Tieren. Ein Traum für meine Stadtkinder.

Untergebracht waren wir in der Ferienwohnung „Sonnenschein“, die aus zwei Schlafzimmern, einer Wohnküche (mit Geschirrspüler 😊) und einem kleinen Bad bestand. Wir genossen jeden Morgen Brötchenservice und Honig aus der eigenen Imkerei. Und ja, es gibt auch hervorragendes W-Lan, aber eigentlich sollte man die Zeit auf dem Hof anders nutzen. Da der Hof direkt am Waldrand liegt, kann man gleich loslaufen -entweder in den Wald oder hinunter an den Regen. Von der Sitzgruppe aus hat man einen gigantischen Ausblick über die Hügel des Bayerischen Waldes.

Die Bauern Maria und Siggi haben hier ihr Paradies gefunden und sie teilen es gerne mit ihren Feriengästen. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass unsere Anwesenheit richtig erwünscht war und deshalb fühlten wir uns so wohl auf dem Hof. Maria und Siggi setzen sich selbst gerne in den Garten und unterhalten sich mit den Feriengästen. Man kann von ihnen allerlei Interessantes über die Geschichte des Hofes, den Trinkwasserbrunnen und natürlich auch viele Ausflugstipps erfahren. Wer sich für Imkerei interessiert, bekommt eine Führung durch das Bienenhaus.

Auch das soziale Leben kommt nicht zu kurz: Es besteht die Möglichkeit zu Grillen, was wir an einem Abend mit allen Feriengästen gemacht haben. An unserem letzten Abend bereitete Bäuerin Maria Leberkäse im Brotbackhäusl für alle zu. So kommt man auch mit anderen ins Gespräch.

Der Abschied vom Familiennest Pauli ist sehr schwer gefallen: bei unserer Kleinen flossen viele Tränchen. Da half nur eines: Versprechen, dass wir bald wieder kommen! Und was soll ich sagen: ich denke, wir buchen heute noch für ein verlängertes Wochenende in den Herbstferien 😉

Boom Capoeira

Nach langer Pause hier mal wieder ein schöner Versprecher oder eher „Ver-hörer“ von meiner aktuell 10-jährigen Tochter. Am Frühstückstisch schallt mir ein fröhliches „Boom Capoeira“ entgegen – ich dachte mir, die Melodie kenn ich doch! Nach kurzem Überlegen und Weitersummen bin ich auf das Lied „Smooth Operator“ gekommen!

Die Große spielt seit ein paar Jahren Saxophon und deshalb hören wir alle in der Familie gerne Songs mit einem tragenden Saxophon – dazu gehört auch „Smooth Operator“.

Beim anschließendem Abwasch in der Küche habe ich den Song angemacht und festgestellt, dass man ganz wunderbar „Boom Capoeira“ singen kann 🙂

Der Schlüssel

Machen wir uns nichts vor. Ein Leben mit Kindern bedeutet immer ein gewisses Maß an Chaos und Unberechenbarkeit. Der Verlust eines Schlüssels am letzten Wochenende hat mir das wieder einmal eindrucksvoll vor Augen geführt.

Am Sonntagnachmittag fiel mir auf, dass der Garagenschlüssel (von dem wir leider nur 1 Exemplar haben – aber das wird sich jetzt garantiert bald ändern!) nicht am gewohnten Platz im Schlüsselkörbchen im Flur lag. Erst einmal hab ich mir nicht viel dabei gedacht, da ich eigentlich fast die Einzige in der Familie bin, die ihn benutzt und ihn auch gern mal in eine Hosen- oder Jackentasche stecke… ich hab also ganz ruhig angefangen zu suchen. Erst in den Hosen, dann in den Jacken, im Arbeitsrucksack, in der Handtasche usw.

Dann fing ich an, an den unwahrscheinlicheren Orten zu suchen, auf Kommoden, Fensterbrettern, schließlich suchte ich auch an den unmöglichsten Orten unter und sogar hinter den Kommoden im Flur. Immer noch nichts! Als mein Mann am Abend nach Hause kam, war ich schon ziemlich aufgelöst. Er half mir beim Suchen und wir stellten gemeinsam die gesamte Wohnung auf den Kopf! Wir erinnerten uns an frühere, erfolgreiche Schlüsselsuchen: einmal hatte unsere Große als Krabbelbaby den ganzen Schlüsselbund verschleppt. Er tauchte Tage später zufällig im Fernsehschrank wieder auf. Ein anderes Mal war ein Schlüssel vom Garderobenschränkchen in einen Schuh gefallen und wir sind zufällig drauf getreten. Aber auch an den unmöglichsten Orten fanden wir an diesem Abend nichts.

Schließlich beruhigte ich mich und versuchte, das Unvermeidliche zu akzeptieren. Na gut, dann müssen wir eben die Garage aufbrechen und ein neues Schloss einbauen…

Am Montag nach der Arbeit hab ich noch ein wenig halbherzig gesucht, hatte mich aber eigentlich schon mit der Situation abgefunden. Am Abend machte ich mich noch mal auf den Weg zu einem Essen mit Kollegen, ich griff nach meinem Schlüsselbund und warf dabei einen ungläubigen Blick ins Schlüsselkörbchen: Der Garagenschlüssel und der Hausschlüssel meiner anderen Tochter lagen darin. „Wo kommen denn plötzlich die Schlüssel her? Die waren doch vorher nicht drin?“, entfuhr es mir.

„Die hab ich am Freitag früh alle eingesteckt“, entgegnete mir meine Teenie-Tochter seelenruhig. „Und wo waren die die ganze Zeit?“, wollte ich wissen.

„In meinem Rucksack.“

„Aber du wusstest doch, dass ich wie verrückt nach einem Schlüssel gesucht habe!“, rief ich erstaunt. Nur Schulterzucken.

Naja, was soll’s! Hauptsache, der Schlüssel war wieder da! Die Freude war riesengroß! Es hat mich schon ein wenig beruhigt, dass ich den Schlüssel nicht verlegt hatte. Für alle Fälle lasse ich jetzt endlich einen Ersatzschlüssel anfertigen 😊

Mama ist krank

Für die ganze Familie war es ein Riesenthema, dass ich jetzt wegen eines Leistenbruchs wochen- ja sogar monatelang nicht richtig einsatzfähig war. Mein Mann hat die täglichen Dinge des Alltags alleine gewuppt und was nicht dringend war, ist einfach liegen geblieben. Natürlich haben wir die Kinder auch mehr in die Pflicht genommen. Manches haben sie gern gemacht, manches weniger gern.

Tisch decken und abräumen ist jetzt endlich eine Selbstverständlichkeit geworden. Hat ja lange genug gedauert…

Wir haben auch so ein Frühstückstablett, das man im Bett aufstellen kann und das – ehrlicherweise – sehr selten zum Einsatz kommt. Meine Große ist ja Frühaufsteherin und hat mich ein paar Mal mit Frühstück im Bett beglückt 😊 – aber über so einen langen Zeitraum wie ich krank war, kann man das natürlich nicht erwarten!

Den Meerschweinchen-Käfig ausmisten war auch so eine Sache. Aus praktischen Gründen habe ich das in der Vergangenheit häufig alleine gemacht. Jetzt mussten die Kinder übernehmen. Die ersten Male haben sie ewig gebraucht und sich dabei übelst darüber gestritten, wer von beiden mehr macht. Aber es wurde tatsächlich irgendwann besser. Meine Kleine sagte danach jedes Mal zu mir: „Aber nächste Woche mach ich das nicht mehr!“ – Es war schwer, ihr zu erklären, dass sie mich sehr lange würde vertreten müssen…

Jetzt, wo ich mich wieder einigermaßen rühren kann, haben wir ausgemacht, dass wir den Käfig abwechselnd reinigen – für mich schon eine unglaubliche Verbesserung zu vorher 😊

Als es auf die OP zuging, haben sich die Kinder auch so ihre Gedanken gemacht. Die Große fragte mich einige Tage davor, ob dabei eigentlich irgendwas schief gehen könnte. Ich habe sie beruhigt und gesagt, dass es eine Routineeingriff sei und der Operateur sehr erfahren und dass sie sich keine Sorgen zu machen brauche.

Unser kleines Temperamentsbündel reagierte auf seine ganz eigene Weise. Am Abend vor der OP sagte die Kleine ernst zu mir: „Wenn der irgendwas falsch macht, dann hau ich ihn!“

Die Wochen nach der OP mussten mich die Kinder wie ein rohes Ei behandeln – zum Glück sind sie nicht mehr so klein. Unsere Kleine ist allerdings recht impulsiv und hat ein paar Mal nicht dran gedacht, aber ich konnte sie immer rechtzeitig ausbremsen.

Für mich war es sehr spannend, zu erleben, wie die Kinder sich mit der Situation arrangierten und was für Gedanken sie sich gemacht haben.

Wovon wir alle profitiert haben, ist die Zeit, die es plötzlich im Überfluss gab. Zeit, mit den Kindern Hausaufgaben zu machen oder für Proben zu lernen. Zeit, mit der Großen ihre Lieblingstiktoker zu gucken. Zeit, Spiele zu spielen und natürlich auch ganz viel Zeit zum Vorlesen am Abend.

Und so hat sich dieser Spruch wieder mal bewahrheitet: Alles Schlechte hat auch sein Gutes.

Apfelringe selbst herstellen

Eine wunderschöne (Ferien-)Aktion, bei der meine Kinder (9 und 12 Jahre) gerne mithelfen. Schade nur, dass der leckere Snack immer so schnell verzehrt wird!

Man braucht: einen Dörrautomaten, Äpfel, einen Ausstecher für das Kerngehäuse, ein Schälmesser und ein Schneidemesser, ein bis zwei Brettchen und eine Schüssel für die vorbereiteten Apfelringe.

Zu Dritt schaffen wir es ganz entspannt in ca. einer Stunde, den Dörrautomaten ein Mal komplett zu befüllen. Ich übernehme das Schälen, meine Kleine liebt es, das Gehäuse auszustechen und meine Große schneidet die Äpfel in gleichmäßige Ringe. Dann heißt es den Dörrautomaten befüllen und geduldig warten (ca. 8 h bei 70 °C). Unser Dörrautomat von Klamer schaltet sich automatisch aus, das heißt, er kann getrost über Nacht laufen. Und am nächsten Morgen freuen sich die Kids über die leckeren Apfelringe!

Ich bin selbst total überrascht, wie unkompliziert man Apfelringe selbst herstellen kann. Die getrockneten Früchte halten sich einige Wochen in der Frischhaltebox (wobei sie bei uns schon immer vorher aufgefuttert werden 😉). Beim letzten Mal hatten wir auch noch viele Bananen übrig, aus denen haben wir dann leckere Bananenchips gemacht.

Es ist jetzt vielleicht nicht ganz naheliegend, sich einen Dörrautomaten anzuschaffen. Alternativ könnte man die Apfelringe auch bei niedriger Temperatur im Backofen zubereiten. Muss man aber dran denken und ausmachen. Vielleicht gibt es ja jemanden im Bekanntenkreis, der ein Dörrgerät verleiht?

Ich selbst hatte Glück und habe bei kleinanzeigen.de ein kaum benutztes Gerät von einer Frau im Nachbarort gefunden – ein fast neues Gerät zum halben Preis, das ich auch gerne an meine Bekannten und meine Familie ausleihe. Dörrautomaten kann man gut gebraucht kaufen, da sie in der Regel nicht so häufig benutzt werden.

Neben Früchten lassen sich auch Kräuter und Pilze sehr gut haltbar machen.

Mama, wann fahren wir ins Wichtelgebäude?

Das hat mich meine Tochter M. heute gefragt, gemeint hat sie natürlich das „Fichtelgebirge“ 😉 Wir mussten alle so schmunzeln über diesen wunderbaren Versprecher und eigentlich ist „Wichtelgebäude“ ja auch das viel schönere Wort. Ich möchte diesen Versprecher zum Anlass nehmen, wieder eine Rubrik mit den schönsten Sprüchen meiner Kinder aufzumachen. Es ist lange her, dass ich hier welche veröffentlicht habe, aber es ist nicht so, dass es sie nicht geben würde.

Zurück zum Wichtelgebäude. Nachdem wir geklärt hatten, was das Fichtelgebirge ist, fragte ich M. wie sie sich das Wichtelgebäude vorstellt: „Ein Pilzhaus mit vielen Wichteln darin.“ Mal sehen, ob wir so eines im Fichtelgebirge finden…

Tante-Emma-Laden

Meine Schwiegermutter führt einen Tante-Emma-Laden, den alle ihre Enkelkinder lieben. In diesen Sommerferien durften sich auch endlich meine Kinder als Verkäuferinnen erproben.

Zum Warensortiment gehören Lebensmittel, Drogeriebedarf und Zigaretten. Hier kann man einen Teebeutel für umgerechnet 3 Cent kaufen, ein Ei gibt es für 20 Cent. Auch Shampoo, Binden und Windeln gibt es einzeln zu kaufen. Besonders beliebt sind Bonbons, Zigaretten und Getränke.

Choti wohnt zwei Häuser weiter und kommt mehrmals am Tag. Seine Standardbestellung ist: drei Bonbons der Marke „Halls“ und eine Zigarette, dafür bezahlt er einen peruanischen Sol (das sind ca. 25 Cent).

Der Laden ist von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends geöffnet, am Wochenende gern mal länger. Bier und Zigaretten finden dann reißenden Absatz.

Der Tante-Emma-Laden ist immer durch ein Gitter gesichert. Wer etwas kaufen möchte, klimpert einfach mit einer Münze gegen das Gitter. Manchmal kann es etwas dauern, bis ein Verkäufer kommt. Aber zum Glück sind die meisten Peruaner sehr geduldig 😉

Mit ihrem Laden hat meine Schwiegermutter die Familie ernährt und die Ausbildung ihrer fünf Kinder finanziert, auch in der Corona-Pandemie hat er ihr gute Dienste erwiesen und war eine wichtige Anlaufstelle für die Nachbarn.

Mama plus

Sobald man Kinder hat, ist man ja in erster Linie Mutter. Nun sind wir aber auch Ehefrauen oder Partnerinnen, Berufstätige, Töchter, Schwestern und Freundinnen. Mit knapp 42 und Kindern im Alter von 7 und 11 Jahren bin ich in der erfreulichen Lage, dass mein Plus immer mehr Raum einnimmt, mit anderen Worten, ich habe wieder mehr Zeit für andere Sachen.

Eine dieser Sachen war eine Klassenfahrt, die ich Ende Juli mit meiner zehnten Klasse unternommen habe. Im Bordbistro des ICE nach Berlin war eine Mutter von 4 (!!) Kindern, die ihren Kids Mittagessen kaufte, vor mir. Sofort gab es Gerangel und Diskussionen um die im Kindermenü enthaltenen Spielzeuge… wie die Frau alles alleine abtransportiert hat, ist mir ein Rätsel, die Kinder haben jedenfalls nicht mitgeholfen, obwohl sie dazu durchaus in der Lage gewesen wären (sie waren schätzungsweise zwischen 4 und 8 Jahren alt). Die Frau hatte auf jeden Fall mein volles Mitgefühl und ich war richtig froh, dass ich nicht mit den 4 Kleinen, sondern mit einer zehnten Klasse unterwegs war, die im ICE friedlich vor sich hin schlummerte und mir keinen Stress machte. Ich dachte mir noch, womöglich ist die Frau auf dem Weg zur Mutter-Kind-Kur und muss die lange Anreise ganz alleine bewältigen. Als ich mit meinem Cappuccino durch die Waggons und wieder zurück zu meinem Platz lief, kam ich auch an der Mutter mit den 4 Kindern vorbei und traute meinen Augen nicht: Wer saß da mit Kopfhörer im Ohr und mit Laptop am Tisch? Genau, der Erzeuger der 4. Manche Dinge ändern sich wohl nie…:-(

M.s Weisheiten (Teil III)

M. vor dem Einschlafen zu mir: „Der XY (wohnt mit uns im Mehrgenerationenhaus) ist ein Glückspilz!“

Ich: „Wieso?“

M.: „Der ist ein Senior und er hat eine Mama. Die ist schon alt.“

Ich: „Ich streng mich an, damit ich auch ganz alt werde und du mich noch ganz lange hast.“

M.: „Schreib’s auf den Wunschzettel.“

Das wäre also geklärt 😉

Überarbeitet

Den Autoschlüssel am Morgen in der Schmutzwäsche gefunden

Kinderzahnpasta auf meine eigene Zahnbürste getan

Sage zu meiner Großen am Frühstückstisch: „Schau doch mal, was du noch für Kleider im Kühlschrank hast!“

Ein irritierter Blick der Kinder lässt mich innehalten und wir brechen gemeinsam in Gelächter aus!

Alles nicht so dramatisch.

Und für mich die Erinnerung, mal wieder einen Gang runterzuschalten!