Upcycling von Kleidung durch Batiken

Heute hatte ich endlich Zeit, um meine gesammelten Shirts zu batiken. Da ich ja immer noch Klamotten faste, war das ein richtiges Highlight für mich. Ich hatte mir schon vor einiger Zeit drei verschiedene Farben, Bindfaden und ein Fixiermittel besorgt.

Eine graue Bluse und ein weißes T-Shirt batikte ich in der Farbe „brombeer-rot“ und einige weiße Shirts mit hartnäckigen Flecken batikte ich zweifarbig mit den Farben „brombeer-rot“ und „mais-gelb“. Die dritte Farbe, ein Türkiston, kam spontan doch nicht zum Einsatz.

Sehr hilfreiche Anleitungen habe ich auf der Seite der Zeitschrift Jolie gefunden und auf dem Blog Butinette.

Wichtig ist, dass man Zeitfenster von mehreren Stunden hat. Denn man muss immer wieder abwarten, außerdem dauert es eine Weile, bis man seine T-Shirt-Päckchen geknotet hat. Zudem benötigt man mehrere größere Schüsseln und / oder Töpfe. Einmal-Handschuhe und eine Plastikschürze sind auch sehr sinnvoll. Nicht zuletzt braucht man auch Zeit, um am Ende wieder klar Schiff zu machen. Ich habe die Farben in der Küche angerührt und dann im Badezimmer in einer Schüssel gefärbt. Im Anschluss habe ich die Shirts im Waschbecken ausgewaschen. Fixiert habe ich die Farbe dann in der Waschmaschine mit einem Spülvorgang.

Der Aufwand lohnt sich! Hier ein paar meiner Ergebnisse:

Meinen Mädels gefallen die Shirts auch und sie freuen sich schon darauf, sie morgen anzuziehen!

Zeit für eine kurze Zwischenbilanz meines Klamottenverzichts. Ich halte mich nach wie vor daran. Gut, ich musste schon ein paar Socken und etwas Unterwäsche sowie eine Sporthose anschaffen. Aber sonst habe ich mir wirklich KEINE Klamotten gekauft. Es fällt mir mal leichter, mal schwerer. Bei einem Stadtbummel ist es schon schwer, an den Kleiderständern vorbei zu gehen. Manchmal schau ich auch die Klamotten durch, denn Schauen ist ja erlaubt. Häufig habe ich die Haltung des „Nicht-Konsumierens“ auch schon als Erleichterung empfunden. Z.B. wenn ich einem Kaufhaus etwas besorgen muss und ich weiß von vornherein, dass die Damenabteilung für mich nicht in Frage kommt – es spart mir Zeit und den Stress, mich zwischen Sachen entscheiden zu müssen.

Bei Katalogen, die immer noch ins Haus flattern, ist es manchmal schwerer. Ich kann mich gut an eine Paperbag-Hose erinnern, die ich zu gern haben wollte… und zu der ich immer wieder zurückgeblättert habe, bis ich den Katalog schließlich weggeworfen habe. Irgendwann kommt man auch drüber weg und merkt schließlich, dass man doch ohne das Teil leben kann. 😉

Der Kleiderschrank gibt immer noch genug her. Witzigerweise habe ich zu Beginn des Kleiderfastens erst Mal einige Teile aussortiert, da es für mich nun noch weniger Sinn machte, nie getragene Kleidungsstücke weiter aufzubewahren. Ich merke auch, dass ich meine Klamotten insgesamt anders beanspruche und habe schon hie und da etwas ausgebessert. Dadurch dass die Stücke für mich nicht so leicht ersetzbar sind, haben sie einen ganz anderen Wert für mich erhalten.

Last but not least hilft mir auch meine Umgebung. Wer schon den ein oder anderen Text von mir gelesen hat, der weiß, dass ich in einem Mehrgenerationenhaus lebe und dass wir hier manche Dinge anders machen. In unserer Waschküche gibt es die so genannte „Glücksboutique“ – dort kann man gut erhaltene Gegenstände, die man nicht mehr braucht, einstellen und natürlich darf man sich dort auch etwas nehmen, wenn man es brauchen kann. Auf diese Weise bin ich zu einem wunderschönen selbst gestrickten Pulli gekommen und zu zwei Jeans, die mir wirklich exakt passen (Ich frage mich noch immer, wer die eigentlich aussortiert hat…) und die ein mehr als adäquater Ersatz sind, für die zwei heiß geliebten Jeanshosen, die kürzlich den Geist aufgegeben haben… es muss mich also wirklich niemand bemitleiden!

Selbstversuch Konsumverzicht

Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com

In der Zeit des Lockdowns haben wir uns ganz gut ans Online-Shopping gewöhnt: hier ein Mausklick, da ein Mausklick – ach ja, das könnten wir noch brauchen… der Paketbote bringt’s ja ganz bequem an die Haustür! Bei uns wird er selbstverständlich immer wieder mal mit Trinkgeld entlohnt, die haben ja wirklich einen Riesenstress im Moment.

Anfang des Jahres dachte ich, das kann’s doch nicht sein. Wir haben doch genug. Genug Spielzeug, genug Kleidung, etc. Gar kein Grund für all diese Online-Einkäufe! Außerdem, so meinte ich, sollten wir uns mal wieder aufs Wesentliche besinnen. Gesagt, getan. Ich habe am 8. Februar die „Konsumsperre“ ausgerufen. Einen Monat lang nix bestellen. Ich muss sagen, die Kinder haben das echt gut akzeptiert. Wenn mal wieder ein Wunsch aufgetaucht ist, reichte ein Hinweis auf die „Konsumsperre“. Jetzt fehlt uns noch eine Woche und ich glaube, die kriegen wir auch noch gut rum.

Ein paar Ausnahmen mussten wir allerdings machen: die Schuhe meiner großen sind kaputt gegangen und sie hatte leider nur ein Paar, da war also ein dringender Kauf fällig. Auch eine Übergangsjacke haben wir bestellt, da es ja urplötzlich so warm geworden ist….

Bei mir selbst habe ich das Ganze jetzt noch ausgeweitet: ich habe mir vorgenommen, bis Jahresende überhaupt keine neuen Klamotten, ausgenommen Socken und Unterwäsche, zu kaufen. Als ich vor einigen Wochen meinen Kleiderschrank ausgemistet habe – auch so eine Tätigkeit, zu der man im Lockdown kommt – fiel mir auf, wie viele Sachen ich noch kaum getragen habe. Und trotzdem kaufte ich mir immer wieder neue Teile. Ich muss sagen, dass ich beim Thema Kleidung schon seit zwei, drei Jahren mehr auf Nachhaltigkeit achte. Ich versuche, hauptsächlich faire Kleidung zu kaufen. Meine Kaufräusche lebte ich in gemeinnützigen Secondhand-Läden aus. Ja, es gibt hier in Nürnberg wirklich zwei sehr schöne: Lilith in der Innenstadt und Vinty’s in der Fürther Straße. Auch bei Oxfam (Nähe Weißer Turm) wurde ich manchmal fündig. Trotzdem „passierten“ mir hin und wieder Versandhausbestellungen von so genannter „Junkmode“. Eigentlich weiß ich schon beim Bestellen, dass die Qualität nicht besonders langlebig ist, aber irgendwas in mir muss dieses Teil dann einfach haben.

Was verspreche ich mir von diesem klamottenfreien Jahr? Eine bessere Auslastung der vorhandenen Garderobe, mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Reduktion aufs Wesentliche. Was brauche ich wirklich?

Noch ist alles gut. Natürlich sind im letzten Monat wieder einige Kataloge ins Haus geflattert. Einige schmeiße ich sofort weg, andere blättere ich durch – ganz entspannt, denn ich muss mir ja nicht überlegen, was davon ich kaufen möchte! Ich bin mir sicher, dass irgendwann der Moment kommt, an dem ich einfach nur etwas kaufen will, aber damit ich nicht nachgebe, stelle ich diesen Text in diesen Blog! Ich will den Druck erhöhen!

Zu Weihnachten hat mir mein Mann einen Gutschein für eine Boutique mit fair gehandelter Mode geschenkt. Ich denke, diesen Gutschein spare ich mir für schlechte Zeiten auf, denn bisher konnte ich ihn ja nicht einlösen…

Bin gespannt, was dieses Jahr mit mir macht und ob es mir gelingt, mein Konsumverhalten nachhaltig zu verändern!