
In der Zeit des Lockdowns haben wir uns ganz gut ans Online-Shopping gewöhnt: hier ein Mausklick, da ein Mausklick – ach ja, das könnten wir noch brauchen… der Paketbote bringt’s ja ganz bequem an die Haustür! Bei uns wird er selbstverständlich immer wieder mal mit Trinkgeld entlohnt, die haben ja wirklich einen Riesenstress im Moment.
Anfang des Jahres dachte ich, das kann’s doch nicht sein. Wir haben doch genug. Genug Spielzeug, genug Kleidung, etc. Gar kein Grund für all diese Online-Einkäufe! Außerdem, so meinte ich, sollten wir uns mal wieder aufs Wesentliche besinnen. Gesagt, getan. Ich habe am 8. Februar die „Konsumsperre“ ausgerufen. Einen Monat lang nix bestellen. Ich muss sagen, die Kinder haben das echt gut akzeptiert. Wenn mal wieder ein Wunsch aufgetaucht ist, reichte ein Hinweis auf die „Konsumsperre“. Jetzt fehlt uns noch eine Woche und ich glaube, die kriegen wir auch noch gut rum.
Ein paar Ausnahmen mussten wir allerdings machen: die Schuhe meiner großen sind kaputt gegangen und sie hatte leider nur ein Paar, da war also ein dringender Kauf fällig. Auch eine Übergangsjacke haben wir bestellt, da es ja urplötzlich so warm geworden ist….
Bei mir selbst habe ich das Ganze jetzt noch ausgeweitet: ich habe mir vorgenommen, bis Jahresende überhaupt keine neuen Klamotten, ausgenommen Socken und Unterwäsche, zu kaufen. Als ich vor einigen Wochen meinen Kleiderschrank ausgemistet habe – auch so eine Tätigkeit, zu der man im Lockdown kommt – fiel mir auf, wie viele Sachen ich noch kaum getragen habe. Und trotzdem kaufte ich mir immer wieder neue Teile. Ich muss sagen, dass ich beim Thema Kleidung schon seit zwei, drei Jahren mehr auf Nachhaltigkeit achte. Ich versuche, hauptsächlich faire Kleidung zu kaufen. Meine Kaufräusche lebte ich in gemeinnützigen Secondhand-Läden aus. Ja, es gibt hier in Nürnberg wirklich zwei sehr schöne: Lilith in der Innenstadt und Vinty’s in der Fürther Straße. Auch bei Oxfam (Nähe Weißer Turm) wurde ich manchmal fündig. Trotzdem „passierten“ mir hin und wieder Versandhausbestellungen von so genannter „Junkmode“. Eigentlich weiß ich schon beim Bestellen, dass die Qualität nicht besonders langlebig ist, aber irgendwas in mir muss dieses Teil dann einfach haben.
Was verspreche ich mir von diesem klamottenfreien Jahr? Eine bessere Auslastung der vorhandenen Garderobe, mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Reduktion aufs Wesentliche. Was brauche ich wirklich?
Noch ist alles gut. Natürlich sind im letzten Monat wieder einige Kataloge ins Haus geflattert. Einige schmeiße ich sofort weg, andere blättere ich durch – ganz entspannt, denn ich muss mir ja nicht überlegen, was davon ich kaufen möchte! Ich bin mir sicher, dass irgendwann der Moment kommt, an dem ich einfach nur etwas kaufen will, aber damit ich nicht nachgebe, stelle ich diesen Text in diesen Blog! Ich will den Druck erhöhen!
Zu Weihnachten hat mir mein Mann einen Gutschein für eine Boutique mit fair gehandelter Mode geschenkt. Ich denke, diesen Gutschein spare ich mir für schlechte Zeiten auf, denn bisher konnte ich ihn ja nicht einlösen…
Bin gespannt, was dieses Jahr mit mir macht und ob es mir gelingt, mein Konsumverhalten nachhaltig zu verändern!
