Machen wir uns nichts vor. Ein Leben mit Kindern bedeutet immer ein gewisses Maß an Chaos und Unberechenbarkeit. Der Verlust eines Schlüssels am letzten Wochenende hat mir das wieder einmal eindrucksvoll vor Augen geführt.
Am Sonntagnachmittag fiel mir auf, dass der Garagenschlüssel (von dem wir leider nur 1 Exemplar haben – aber das wird sich jetzt garantiert bald ändern!) nicht am gewohnten Platz im Schlüsselkörbchen im Flur lag. Erst einmal hab ich mir nicht viel dabei gedacht, da ich eigentlich fast die Einzige in der Familie bin, die ihn benutzt und ihn auch gern mal in eine Hosen- oder Jackentasche stecke… ich hab also ganz ruhig angefangen zu suchen. Erst in den Hosen, dann in den Jacken, im Arbeitsrucksack, in der Handtasche usw.
Dann fing ich an, an den unwahrscheinlicheren Orten zu suchen, auf Kommoden, Fensterbrettern, schließlich suchte ich auch an den unmöglichsten Orten unter und sogar hinter den Kommoden im Flur. Immer noch nichts! Als mein Mann am Abend nach Hause kam, war ich schon ziemlich aufgelöst. Er half mir beim Suchen und wir stellten gemeinsam die gesamte Wohnung auf den Kopf! Wir erinnerten uns an frühere, erfolgreiche Schlüsselsuchen: einmal hatte unsere Große als Krabbelbaby den ganzen Schlüsselbund verschleppt. Er tauchte Tage später zufällig im Fernsehschrank wieder auf. Ein anderes Mal war ein Schlüssel vom Garderobenschränkchen in einen Schuh gefallen und wir sind zufällig drauf getreten. Aber auch an den unmöglichsten Orten fanden wir an diesem Abend nichts.
Schließlich beruhigte ich mich und versuchte, das Unvermeidliche zu akzeptieren. Na gut, dann müssen wir eben die Garage aufbrechen und ein neues Schloss einbauen…
Am Montag nach der Arbeit hab ich noch ein wenig halbherzig gesucht, hatte mich aber eigentlich schon mit der Situation abgefunden. Am Abend machte ich mich noch mal auf den Weg zu einem Essen mit Kollegen, ich griff nach meinem Schlüsselbund und warf dabei einen ungläubigen Blick ins Schlüsselkörbchen: Der Garagenschlüssel und der Hausschlüssel meiner anderen Tochter lagen darin. „Wo kommen denn plötzlich die Schlüssel her? Die waren doch vorher nicht drin?“, entfuhr es mir.
„Die hab ich am Freitag früh alle eingesteckt“, entgegnete mir meine Teenie-Tochter seelenruhig. „Und wo waren die die ganze Zeit?“, wollte ich wissen.
„In meinem Rucksack.“
„Aber du wusstest doch, dass ich wie verrückt nach einem Schlüssel gesucht habe!“, rief ich erstaunt. Nur Schulterzucken.
Naja, was soll’s! Hauptsache, der Schlüssel war wieder da! Die Freude war riesengroß! Es hat mich schon ein wenig beruhigt, dass ich den Schlüssel nicht verlegt hatte. Für alle Fälle lasse ich jetzt endlich einen Ersatzschlüssel anfertigen 😊

