Kann man nach 35 Ehejahren noch miteinander glücklich sein geschweige denn sich noch mal genauso verliebt fühlen wie am Anfang?
Diese Fragen versucht dieses Buch von Jo Wilde zu beantworten. Die Geschichte geht so: Julie und Michael Marshall haben sich nach 35 gemeinsamen Jahren nicht mehr viel zu sagen. Sie schlafen längst in getrennten Schlafzimmern und leben nur noch nebeneinander her. Die Handlung setzt ein, als Julie gerade die Scheidungspapiere bei ihrem Anwalt abgeholt hat. Just an diesem Abend verkündet der Premierminister den Lockdown und die Scheidungspapiere landen erstmal in der Nachttischschublade…
In den nächsten Wochen hat das Ehepaar Marshall ausgiebig Zeit, sich miteinander zu beschäftigen. Mit diesem Buch kann man die Zeit des Lockdown noch einmal Revue passieren lassen: die Stunden im Homeoffice, Sportkurse per Zoom-Konferenz, Facetime-Anrufe, um mit der Familie in Kontakt zu bleiben, der Applaus für Pflegekräfte, Spaziergänge zur Pflege sozialer Kontakte, das Wiederentdecken des Brotbackens und sogar der Kampf ums Toilettenpapier. Nichts wird ausgespart.
Die erzwungene Zweisamkeit geht nicht spurlos an Julie und Michael vorüber. Sie kommen wieder miteinander ins Gespräch und finden schließlich den Grund, warum sie sich immer weiter auseinander entwickelt haben. Sie besinnen sich auch der Vorzüge des Ehepartners. Nach mehreren romantischen Gesten und einem handfesten Krach gelingt es schließlich, die Ehe zu retten.
Auch wenn die Geschichte bisweilen etwas konstruiert wirkt und künstlich in die Länge gezogen wird (die Aussprache der Eheleute verzögert sich immer wieder), möchte man das Buch in einem Rutsch durchlesen. Eine unterhaltsame Ferienlektüre, die einen noch einmal in die Zeit des Lockdown zurückversetzt!
