Nürnberg im August

Nie hat es mir die Stadt leichter gemacht, sie zu verlassen.

Keine Straße, die nicht aufgerissen ist.

Keine U-Bahn-Linie, die nicht umgeleitet wird.

Nahezu unmöglich, von einem Ort zum Anderen zu gelangen.

„Sag, was machst du noch hier?“ fragt mich die Stadt.

„Fahr ans Meer, in die Berge, aufs Land. Es ist Zeit!“

Ja, du hast ja so recht, denke ich bei mir.

Was will ich noch hier, wo sich die Autoschlangen im Schneckentempo durch die Stadt quälen.

Wo sich Menschen wie Heringe in die wenigen U-Bahnen, die noch fahren, zwängen.

Meine Koffer sind längst gepackt.

Bald kehr ich dir den Rücken

Um im Herbst mit neuem Schwung und neuen Bildern im Kopf die Alltagsroutine wieder aufzunehmen.

Pam Pam Ida im Hirsch (Biergarten) – 25. August 2021

Photo by Vishnu R Nair on Pexels.com

Konzerte haben Seltenheitswert in Zeiten von Corona – ein Grund mehr, endlich meine absolute Lieblingsband hier in den Blog mit aufzunehmen! Seitdem ich vor vier Jahren auf die Band aus meiner Heimat (Sandersdorf in Bayern) aufmerksam wurde, habe ich keines ihrer Nürnberger Konzerte verpasst. Und so war ich auch gestern Abend im ausverkauften Konzert im Hirsch-Biergarten.

Ein seltsames Gefühl, mit FFP2-Maske und Impfausweis in der Tasche in der Eingangsschlange. Das Publikum saß an Tischen, dort durfte man die Maske abnehmen. Der Sänger Andi begrüßte uns mit den Worten „Schee, dass Eich no gibt!“ Die Freude am Auftritt war den sechs Musikern sichtlich anzumerken und auch das Publikum war sich der Einzigartigkeit des Moments bewusst. Wann war man zuletzt auf einem Konzert von Pam Pam Ida gewesen? Wann würde man wieder die Möglichkeit haben, eines zu besuchen? Diese Fragen standen angesichts steigender Infektionszahlen im Raum und machten die Atmosphäre auf dem Konzert so besonders. In der ersten Hälfte waren alle noch etwas steif („Mischung aus Bierzelt und ZDF-Fernsehgarten“ – Zitat Andi), aber nach der Pause gab es kein Halten mehr. Der Sound war einfach bombastisch und die Spielfreude der Musiker war mitreißend, so dass es keinen Konzertbesucher mehr auf der Bank hielt und bis zum Ende des Konzerts getanzt wurde. Thematisch treffen viele Songs von Pam Pam Ida den Nerv der Zeit: „Flug zum Mond“ (Man zieht sich zurück von der Außenwelt und besinnt sich auf sich selbst), „Mensch Mensch“ (eine Hymne auf die Menschlichkeit), „Bis auf die Knochen“ (ein Song, der die Massentierhaltung anprangert) und „Untergang“ – egal was passiert, heute wird richtig abgefeiert! Bei diesem Song war die Stimmung am ausgelassensten und der Coronavirus schien auf einmal ganz weit weg.

Pam Pam Ida ließ sich nicht lumpen und gab den Rufen nach Zugabe sehr gerne nach. Selbstverständlich spielten sie auch ihren Hit „Schultertanz“ und präsentierten noch zwei neue, wunderschöne Lieder: „Lass mi ned los“ und „Eigentlich“. Kein Pam Pam Ida-Konzert endet ohne einen „magical moment“: Dieses Mal waren es ein A capella-Geburtstagsständchen für den Lichttechniker und das Abschiedlied „I muaß geh“ vom aktuellen Album „Frei“, ebenfalls a capella gesungen.

Habt vielen Dank für diese kostbaren Stunden! Vielen Dank für die Freude und das Gefühl! Ihr seid einfach die Besten!!! Bis zum nächsten Mal in Nürnberg!