Auf dieses Buch bin ich gestoßen, als ich den Flyer eines Programmkinos durchblätterte. Da hieß es der gleichnamige Film wäre die Verfilmung eines Bestsellers.
Sogleich machte ich mich auf die Suche nach dem Buch und entdeckte es in der Stadtbibliothek bei der Reiseliteratur. Der Roman aus dem Jahr 2018 erzählt die beeindruckende Geschichte eines Ehepaars, die beide in den 50ern sind und aufgrund einer unüberlegten Geldinvestition ihr ganzes Hab und Gut verlieren. Mangels Alternativen und weil sie Freunden und Verwandten nicht zur Last fallen wollen, begeben sich Ray und Moth auf Wanderschaft. Sie wandern den ganzen South West Coast Path von Minehead in Somerset bis Poole in Dorset.
Ihre Ausrüstung beschränkt sich aufs Wesentliche und sie haben wöchentlich nur einen kleinen Geldbetrag zur Verfügung. Leider sind Armut und Obdachlosigkeit nicht ihre einzigen Sorgen: Kurz vor Antritt der Reise erhält Ehemann Moth auch noch die Diagnose einer unheilbaren Krankheit.
Das autobiographische Buch erzählt ihre Reise in allen Details. Von den anfänglichen Schwierigkeiten bis hin zu netten und weniger netten Begegnungen unterwegs. Es schmerzte mich zu lesen, wie häufig Ray und Moth verjagt wurden und wie schnell sich die Menschen von ihnen abwandten, wenn sie den wahren Grund ihrer Reise verrieten. Die Erlebnisse in der Natur entschädigten Vieles.
Am Ende der Reise kann das Ehepaar trotz allem wieder mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Eine fesselnde Geschichte über eine große Liebe, über Verlust, Neuorientierung und über den South West Coast Path. Absolute Leseempfehlung, nicht nur für Wanderinteressierte!
