Heute haben wir es endlich zum Schlittenberg in unserer Stadt geschafft! Die Mädchen haben mich angestrahlt, als ich sie von der Notbetreuung abgeholt habe und ihnen gesagt habe, dass ich den Schlitten im Auto hab. Kurz vor der Ankunft am Schlittenberg ein mulmiges Gefühl: Wird viel los sein? Werden wir vielleicht sogar von der Polizei wieder nach Hause geschickt? Man hat ja im letzten Jahr so viel erlebt und auch so viele Bilder in den Nachrichten gesehen… Ach, was soll’s! Sehnsucht und Vorfreude waren viel zu groß, ich warf die Bedenken über Bord und steuerte den Parkplatz an. Ja, es war was los! Aber natürlich hat niemand vergessen, dass wir in einer Pandemie-Zeit leben. Die Familien blieben unter sich und hielten Abstand. Das Gelände war zum Glück weitläufig.
Also, nichts wie raus aus dem Auto und rauf auf den Schlitten! Allein dem winterlichen Treiben zuzuschauen, löste in mir eine riesige Freude aus! In meiner Kindheit gab es jeden Winter reichlich Schnee und das Schlittenfahren war immer ein Heidenspaß für uns Kinder! Zurück in die Gegenwart: am Fuße des Hanges stand bereits eine ganze Armada von Schneemännern (es waren bestimmt mehr als 15), anscheinend haben die Menschen in diesem Jahr besonders viel Zeit zum Schneemann bauen. Es gibt echt keinen Grund, den Verfall des Schneemannes zu beklagen (aktueller Artikel im ZEIT-Magazin)!
Ehe ich mich versah, waren meine zwei Mädels mit dem Schlitten schon auf halber Strecke auf dem Weg nach GANZ oben (es gibt an dem Hang mehrere Abfahrtmöglichkeiten). Während die beiden ihren Spaß hatten, konnte ich gut beobachten, wer da so alles den Hang hinuntersauste: Mütter mit ihren Kleinkindern, ein Opa mit seinem Enkel, der die Schlittenfahrt mindestens genauso genoss, Väter mit und ohne Kinder, Kinder allein und zu zweit, eine Jungs-Gang, mit drei identischen blauen Lenkschlitten, die den Hang etwas aufmischten und alle strahlten sie über das ganz Gesicht. UNBESCHWERTHEIT. Was haben wir dich vermisst.
Corona war zwar da, aber an diesem Nachmittag war das Virus unwichtig und klein. Beim Schlittenfahren gibt es keine Einschränkungen: man kann ohne Mundschutz, alleine oder mit einer Person seines Haushalts (wieder so ein Wort, das im letzen Jahr eine ganz neue Bedeutung bekommen hat) den Hügel hinunterbrausen! Zur Nachahmung empfohlen! 🙂
