Zweifarbige Topflappen

Dieses kleine Webprojekt hat sich bestens bewährt bei mir – mit etwas Übung gelingt ein Paar Topflappen an einem Nachmittag oder Abend. Die Topflappen sind schöne Mitbringsel oder kleinere Geschenke für liebe Menschen. Wenn ich Stress verarbeiten muss, webe ich etliche Exemplare hintereinander und ich finde es wunderbar, dass ich die negative Energie in so etwas Schönes verwandeln kann!

Man braucht dafür einen quadratischen Universalwebrahmen (21,5 cm x 21,5 cm), zwei verschiedene dickere Baumwollgarne (kann man aus Stoffresten auch selbst herstellen), ein Webschiffchen und für den Abschluss eine dickere Webnadel. Auf einen Kamm verzichte ich. Das Baumwollgarn ist so dick, dass ich es leicht mit den Fingern nach unten schieben kann.

Zuerst wird der Webrahmen mit einer Farbe bespannt. Wichtig ist, dass man entweder am Anfang oder am Ende einen Fadenrest für den Haken übrig lässt. Der bespannte Webrahmen sieht dann so aus:

Als nächstes wird das andere Garn auf das Schiffchen aufgewickelt. Das muss man mehrmals machen, da das Garn sehr dick ist und man sonst nicht gut weben kann.

Nun beginnt man mit dem Weben, am besten in der Mitte.

Das Fadenende lässt man nach hinten hängen und dann geht es immer abwechselnd vorne und hinten durch die Kettfäden (= erste Farbe).

Am Rand sollte man immer besonders gut aufpassen. Wenn die Reihenfolge nicht stimmt, kann es sein, dass man eine Reihe umsonst gewebt hat 😦

Man webt so lange, bis der Faden zu Ende ist. Dann fädelt man genau an der Stelle, an der der Faden zu Ende ist, den neuen Faden ein und macht im gleichen Rhythmus weiter. Von hinten sieht das Fadenende so aus:

Dann wird weiter gewebt, bis der Webrahmen ganz gefüllt ist. Beim Abnehmen vom Webrahmen sieht das Werk dann so aus:

Nun ist es wichtig, die Kettfäden (= blaue Fäden) zu verknoten, damit sich unser Werk nicht auflöst. Anschließend den Topflappen umdrehen und die Fadenenden mithilfe der Webnadel verstecken. Immer mindestens durch drei Webreihen durch, danach kann man abschneiden.

So sieht der fertige Topflappen von hinten aus:

Die Vorderansicht findet Ihr im ersten Bild. Bei dem zweiten Topflappen verwende ich die Farben dann genau anders herum. Ihr seht, es ist ganz einfach und es macht Spaß, weil man schnell ein Ergebnis hat. Ich wünsche viel Freude beim Nachmachen! Gerne könnt Ihr mir noch Eure Fragen stellen und/oder ein Bild von Euren Topflappen schicken!

Ein neues Hobby: Weben

Das Weben spukte schon lange in meinem Kopf herum, bis es endlich zu mir fand. Ich kaufe regelmäßig in einer Behindertenwerkstatt ein und dort fielen mir stets die gewebten Sitzkissen ins Auge. „Solche würde ich mir auch gern mal weben!“ dachte ich bei mir. Aber nie kaufte ich den Bausatz für den Webrahmen, schließlich hatte ich keine Zeit. So ging das eine ganze Weile.

Eines Freitagsnachmittags, nach einer harten Arbeitswoche, griff ich schließlich zum Stäbchenwebrahmen und startete noch am Abend mit null Vorkenntnissen mein erstes Webprojekt. Wenn man mit dicken Filzschnüren webt, sieht man schon nach kurzer Zeit Ergebnisse. Das macht Riesenspaß und süchtig nach mehr! Innerhalb kurzer Zeit schaffte ich ein Sitzkissen in nur einer Stunde.

Bald merkte ich, dass mich das Weben total erdet. Die Arbeit ist vergessen und ich konzentriere mich nur auf meine geschäftigen Hände, bin einfach im Hier und Jetzt. Wenn ich merke, dass das negative Gedankenkarussell anspringt, webe ich besonders gerne. Ich habe mir vorgenommen, diese negative Energie umzuwidmen und es gelingt oft.

Zum Glück wünschte sich meine Mutter einen Satz Sitzkissen zu Weihnachten. Ich bestellte mir ein riesengroßes Wollknäuel und machte mich an die Arbeit. Das Schönste daran: meine Mutter und ich hatten gleichermaßen Freude an dem Geschenk. Ich beim Weben und meine Mutter freute sich über das Endprodukt. Ich werde sicher noch mehr Familienmitglieder und Freunde mit meinen gewebten Werken beglücken 😉

Maulwurf der ich bin, tauchte ich tiefer in die Geschichte des Webens ein, besorgte mir günstig einen gebrauchten Webrahmen mit Wendekamm und Bücher mit Anleitungen. Ich fing an, filigraner zu weben. Ich muss sagen, der Anfang war härter als gedacht. Man muss den Webrahmen sehr exakt bespannen, man kann dabei sehr viel falsch machen und es dauert viel länger, bis man Ergebnisse sieht. Nichtsdestotrotz stellt sich das gleiche Gefühl ein: die geschäftigen Hände und die Ruhe im Kopf. Mal sehen, wo das alles noch hinführt. Nach einem Übungsstück mit einem ersten Muster, habe ich einen Schal im Hahnentrittmuster gewebt. Meine nächsten Projekte sind ein Tischläufer und Kissenbezüge. Ich bin froh und dankbar, diese Art der Entspannung für mich entdeckt zu haben! Sie hat mich gut durch die Zeit meines Leistenbruchs gebracht, in der ich mich kaum bewegen konnte.