Ralf Westhoff: Niemals nichts

Juhu, endlich wieder Zeit zum Lesen! Ich freue mich sehr, schon den nächsten Buchtipp zu veröffentlichen. Ich fand den im April diesen Jahres erschienenen Roman des Münchner Drehbuchautors bei den Neuerscheinungen.

Das 220 Seiten starke Buch spielt Anfang des 19. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte der Jungbauern Liza und Maximilian, die um ihre bäuerliche Existenz kämpfen müssen. Der alte Bauer hat einfach über Nacht hingeschmissen, den Familienhof beliehen und sich auf den Weg nach Amerika gemacht. Nun müssen die Jungen schauen, wie sie den Karren aus dem Dreck ziehen. Lizas Wissbegierde und ihr Geschäftssinn sind dabei von großem Vorteil und natürlich ihre große Zuneigung zu Maximilian, der unter epileptischen Anfällen und infolgedessen auch an einem Sprachfehler leidet.

Es ist spannend zu lesen, wie alte Strukturen in Frage gestellt werden und wie sich eine junge Frau in der damaligen Zeit Respekt verschafft. Und man lernt: wer viel fragt, erfährt auch viel. Liza denkt sich: Wieso das Korn den Kornhändlern zu einem Spottpreis verkaufen wenn man auch selbst gutes Brot backen und verkaufen kann? Nicht jeder kann mit den neuen Ideen etwas anfangen und so wird die Familie bald von der Dorfgemeinschaft isoliert. Weitere Schicksalsschläge kommen hinzu und so spitzt sich die dramatische Situation der Jungbauern weiter zu…

Westhoff lässt abwechselnd Liza und den flüchtenden Altbauern Andres zu Wort kommen, den auf der Reise doch noch sein Gewissen einholt. Das Buch ist sehr fesselnd geschrieben. Das Ende wird natürlich nicht verraten, nur so viel: mein Geschmack sind diese Arten von Ende nicht. Aber dem Lesegenuss hat es keinen Abbruch getan, insofern kann ich die Lektüre von „Niemals nichts“ getrost empfehlen!

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