My First Blog Post

Herzlich Willkommen auf meinem Blog!

2025 ist angebrochen und es liegt wieder mal eine lange Sendepause hinter mir – Zeit für eine Aktualisierung.

Mein Name ist Evi, ich bin Ü40 und berufstätige Mutter von zwei wunderbaren Mädels. Die Kleine ist ein Grundschulkind, die Große auf der Realschule.

Wie jede andere berufstätige Mutter auch, versuche ich Beruf und Familie bestmöglich unter einen Hut zu bekommen. Von den Schwierigkeiten und von den vielen Glücksmomenten in meinem Alltag berichte ich auf diesem Blog.

Als hochsensibler Mensch habe ich einen besonderen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen. Im letzten Jahr hat mein noch relativ neues Hobby Weben viel Zeit in Anspruch genommen. Es erdet mich einfach und hilft mir, gut durch den Alltag zu kommen. Leider kann ich hierzu noch nicht allzu viel posten, da ich noch Anfängerin bin 😉 Aber ich mach sicher mal eine Bilderserie.

Viel Spaß beim Stöbern auf meinem Blog! Lasst mir gerne einen Kommentar da, ich freue mich auf einen regen Gedankenaustausch!

Sehnsuchtsort Borkum

Endlich angekommen an dem Ort, auf den wir uns so sehr gefreut haben. Tränen standen mir in den Augen als die Amtsärztin vor Monaten zu mir am Telefon sagte: „Natürlich bekommen Sie die Kur. Sie sollen ja wieder fit werden.“

Nun sind wir endlich hier. Die lange Anreise aus Bayern (über 10 Stunden) haben wir mit Fassung getragen. Bei unserer Ankunft waren wir so K.O. dass wir nur noch ein schnelles Abendessen im Speisesaal eingenommen und unser Zimmer bezogen haben. Nicht mal mehr zum Meer haben wir es geschafft.

Auf dem Zimmer fand ich einen Therapieplan für die ersten Tage. Am Donnerstag standen viele organisatorische Dinge an: Termin bei der Verwaltung, Aufnahmegespräch beim Arzt, Einführung in Nordic-Walking (Jahrelang habe ich diesen Sport als Senioren-Sport abgetan, aber ich muss sagen, die Wirkung auf den Schulter-Nacken-Bereich ist wirklich erstaunlich. Vielleicht bleibe ich sogar dabei 😊), Hausführung, Kurinfotreffen und Einführung in Wirbelsäulengymnastik.

Das Klima hat mich die ersten Tage schon geschlaucht. Mir war leicht schwindlig von der Luft und ich war sooo müde! Aber das hat sich zum Glück schnell gelegt. Hier auf Borkum sind wir sehr aktiv. Fast jeden Tag am Strand. Die Mädels lieben es, im Sand zu buddeln und Muscheln zu sammeln. Über das erste Wochenende hatten wir uns Fahrräder gemietet, mit denen wir Ausflüge zum Strandcafé Seeblick, zum kleinen Leuchtturm und zum Seerosenteich (inklusive Upholm-Hof) gemacht haben. Hier gibt es so viel zu sehen und zu erleben und alles ist so nah! Man kann wirklich jeden Tag etwas anderes tolles machen!

Irgendwie sind die Tage auch länger, da die Wege kürzer und die Hände weniger geschäftig sind. Zum einen gibt es die Kinderbetreuung, in die meine Mädels zum Glück recht gerne gehen, zum anderen kann ich die Zeit mit den Kindern hier ganz anders genießen. Ich habe einfach keine To-Do-Liste, die ich abarbeiten muss. Während meiner Termine sind die Kinder betreut und danach haben wir einfach freie Zeit zusammen. Kein Haushalt oder Einkauf, der einem im Nacken sitzt. Wir genießen die Zeit!!!

Zwischenbilanz nach einer Woche

Die Mädels und ich haben uns gut eingelebt. Die sportlichen Aktivitäten und der Kontakt mit den anderen Müttern tun mir gut. Das Kneippen um 9 Uhr bei 18 °C in der Nordsee sorgt echt für einen Gute-Laune-Kick! Die viele Zeit, die ich hier für mich selbst habe, tut ihr Übriges. Wenn ich müde bin, lege ich mich hin. Wenn ich Lust, auf einen kleinen Stadtbummel habe, dann bummle ich. Wenn ich am Meer spazieren gehe, gehe ich spazieren. Es ist herrlich!

Ab ca. 15 Uhr bin ich wieder voll für die Kinder da. Dann habe ich auch Lust und Kraft für gemeinsame Unternehmungen, Basteleien, Spiele etc.

JedE/r sollte das Recht auf so eine Auszeit haben. Wir können nicht immer nur funktionieren ohne uns jemals um unsere eigenen Bedürfnisse zu kümmern. JedE/r von uns sollte das Recht haben, einfach mal geradeaus vor sich hin zu starren, nach Herzenslust zu lesen oder sich einfach auszuruhen.

Der Alltag läuft doch für uns berufstätige Mütter meistens so ab: Morgens die Kinder fertig machen, Frühstück zubereiten und die Kinder abliefern. Arbeit, nach Hause hetzen (wenn wir Glück haben mit einem Imbiss intus) oder direkt in die Kita, um die Kleinen abzuholen. Alle nach Hause bugsieren, die Kinder nach ihrem Tag auffangen, Geschwisterstreitigkeiten aushalten, Abendbrot zubereiten, die Kinder fürs Bett fertig machen. Und häufig muss man danach noch eine Schicht am Schreibtisch und/oder im Haushalt einlegen, bevor man selbst total erledigt ins Bett fällt.

Hier auf der Kur hat eine Mutter von 4 Kindern zu mir gesagt, dass das Duschen für sie eine kleine Auszeit von den Kindern ist. Da muss doch mehr drin sein!!! Einige sind alleinerziehend, sie sind natürlich noch mehr erschöpft von dem Alltag mit den Kindern.

Nach der Kur gilt es, die Impulse, die man bekommen hat, weiterzuführen und in den Alltag zu integrieren. Einer meiner Vorsätze wird sein, zwei Mal die Woche Sport zu treiben. Man fühlt sich so viel besser, wenn der Körper in Bewegung ist und es zwickt und zwackt viel weniger… mal sehen, ob ich das umsetzen kann.

Nach Woche Zwei

Ich fühle mich von Tag zu Tag erholter und mein Körper fühlt sich richtig gut durchbewegt an. Diese Woche war ich sogar 1 Mal zusätzlich alleine am Strand walken. Man muss nur vormittags zwanzig Minuten vom Nordbad aus in Richtung FKK-Badestrand laufen, dann wird es schon richtig einsam. Der Wind weht einem um die Nase, man ist mit sich und der tosenden Nordsee alleine. Einfach herrlich!

Heute um 9 Uhr stand wieder Kneippen im Meer auf dem Programm – das werde ich wirklich vermissen! Es sieht so lustig aus, wie alle in Badekleidung Hampelmänner am Strand machen. Nach den drei Gängen (beim dritten geht man ganz ins Wasser) fühlt man sich richtig belebt und der Effekt hält auch noch einige Zeit an. Zuhause bleibt da wohl nur Wechselduschen zur Kreislaufanregung.

Die Kinder waren die letzten Tage etwas knatschig und haben sich arg gestritten. Nun gut, auf unserem Zimmer können sie sich nicht wirklich aus dem Weg gehen. Ich denke, sie vermissen langsam ihre Zimmer als Rückzugsmöglichkeit und ihren gewohnten Alltag. Aber heute Abend reist unser Papa an und wir haben uns für die letzte Woche noch ein paar Highlights aufgehoben wie z.B. die Wattwanderung.

Woche 3

Durch den Besuch meines Mannes bekommt die letzte Woche noch eine ganz eigene Dynamik und fühlt sich mehr an wie Urlaub. Natürlich erfülle ich alle Kurtermine pflichtgemäß. Die Nachmittage und Abende verbringen wir aber zusammen. Zwei Mal haben wir es geschafft, uns für eine Stunde am Vormittag zum Strand zu verabreden (nur zu zweit) – was sehr romantisch war!

Ansonsten waren wir noch mal zu viert im Gezeitenland, haben uns ein lustiges Gefährt gemietet, mit dem wir bis zur Aussichtsdüne Olde Düne geradelt sind und wieder zurück und waren natürlich zusammen am Strand, wo wir uns am letzten Sonntag noch das für Borkum obligatorische Strandzelt gemietet haben. Ein echtes Highlight war die Wattwanderung mit Albertus Akkermann. Die Kinder durften ihre Hände nach Herzenslust in Schlamm versenken, Muscheln ausgraben und dann dabei zugucken, wie sie sich wieder eingraben. Zum Schluss durfte (wer wollte und es wollten fast alle!) man noch kniehoch in den schönen Schlick. Die zwei Stunden vergingen wie im Flug!

Am Abreisetag sind wir mit Sack und Pack um kurz nach 7 durch das menschenleere Borkum zum Bahnhof gelaufen… schön war’s!

Fazit

Anfangs hatte ich vor, hier eine Liste mit den Borkum-Highlights zu veröffentlichen. Aber auf Borkum habe ich gelernt, dass ich gar keine Liste brauche. Hier kann man sich einfach treiben lassen und machen, wozu man Lust hat (und natürlich was der Therapieplan der Kur vorschreibt 😊). Zwei Wochen Zeit sollte man auf jeden Fall mitbringen, damit man das richtige Insel-Gefühl bekommt. Es gibt keinen besseren Ort, um Abstand zu den Dingen zu gewinnen und wieder positive Energie zu tanken. Ich habe in meinen 3 Wochen auf dieser schönen Nordsee-Insel nicht alles „geschafft“ – aber das macht nichts, ich bin mir sicher, dass ich wiederkomme…

Michelle Obama: Becoming – Meine Geschichte

erschienen im Goldmann Verlag (18 Euro)

Ganz lange schon stand dieses Buch auf meiner Lese-Wunschliste und seit dem Erscheinen 2018 habe ich immer wieder versucht, dieses Buch aus unserer Stadtbibliothek auszuleihen. Leider ohne Erfolg. Als ich kürzlich während meiner Mutter-Kind-Kur in Borkum ein einziges Taschenbuch-Exemplar im hiesigen Buchladen sah, habe ich sofort zugegriffen und das Buch (560 Seiten) dann auch relativ schnell verschlungen.

Liebe Frauen, lest dieses Buch!!!

Es ist das beeindruckende Zeugnis einer starken Frau. Einer Frau, die nichts beschönigt und unumwunden auch über ihre schwachen Momente spricht. Einer Frau, die auch mit Mitte 50 noch neugierig auf das Leben ist und die sich – wie wir alle – auch heute noch manchmal die Frage stellt, ob sie gut genug ist. Es ist ein Buch, das uns die Bedeutsamkeit der eigenen Biographie aufzeigt und das gleichzeitig Mut macht, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Obama erzählt ausführlich von ihrer behüteten Kindheit, aus der sie viel Kraft schöpft und dem ärmlichen Viertel, der so genannten South Side in Chicago, in dem sie groß geworden ist. Mit sehr viel Ehrgeiz und der nötigen Unterstützung durch ihre Eltern und Lehrer schafft sie den College-Abschluss in Princeton, um dann noch einen Abschluss in Harvard draufzusetzen. Ihr erster Job ist eine gut bezahlte Stelle in einer renommierten Chicagoer Anwaltskanzlei. Ein Aufstieg wie im Bilderbuch.

Weiter schildert sie, wie sie Barack kennen und lieben lernt und kurz darauf einen entscheidenden Wechsel in ihrer beruflichen Laufbahn vornimmt: weg von der Anwaltskanzlei, die Unternehmen berät, hin zum schlechter bezahlten humanitären Engagement.

Auch als das Thema Familienplanung ansteht, berichtet sie offen von den Schwierigkeiten. Ihre beiden Mädchen sind das Ergebnis einer künstlichen Befruchtung. Obama ist in jeder Hinsicht eine mutige Frau.

Natürlich gibt sie nicht das Heimchen am Herd und so kämpft auch sie mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hinzu kommt, dass ihr Ehemann ständig abwesend ist, da er mehrere Jobs gleichzeitig jongliert und schon bald eine Karriere in der Politik anstrebt.

Es zieht sich wie ein roter Faden durch Obamas Leben, dass sie ihre Freundschaften pflegt, neue Kontakte knüpft und sich nie zu fein ist, Hilfe anzunehmen, wenn es schwierig wird.

Das tut sie auch, als Barack in den Präsidentschaftswahlkampf einzieht und sie bei ihren Auftritten als Unterstützerin zunächst als „zornige schwarze Frau“ in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Selbstverständlich erfährt man auch so einiges über das Leben im Weißen Haus und den getakteten und glamourösen Alltag einer First Lady. Das Buch endet mit dem Auszug aus dem Weißen Haus und der Amtsübergabe an Donald Trump. In der Buchmitte finden sich Hochglanzseiten mit persönlichen Fotos von Obama, unter anderem von ihr als Baby, vor dem Traualtar und bei der Vereidigung ihres Mannes zum Präsidenten.

Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, dass Michelle Obama trotz ihres geradezu kometenhaften Aufstiegs bodenständig geblieben ist und nie vergisst, wo sie herkommt. Man spürt ganz oft, dass auch sie „nur“ eine Mutter ist, für die das Wohlergehen ihrer Töchter an erster Stelle steht und das macht sie sympathisch. Gleichzeitig schafft sie es, ihr Herz für die Benachteiligten einer ganzen Nation zu öffnen. So setzt sie sich beispielsweise für den besseren Zugang zu Bildung von Kindern aus benachteiligten Vierteln und für eine gute Absicherung für Militärangehörige und ihre Familien ein. Ein schwieriger Spagat, der ihr während der Amtszeit ihres Mannes gut gelungen ist!

Schenken macht Freude

Mehr Zeit ist wohl einer der wenigen Vorteile, die die Pandemie mit sich bringt. Ich jedenfalls habe mehr Zeit, mich um meinen Balkon zu kümmern und habe dieses (und auch letztes) Frühjahr selbst Pflanzen angesät. Dieses Jahr – oh Wunder! – ist jedes Samenkorn aufgegangen und so stand ich nun nach den Eisheiligen mit sage und schreibe 30 Tomatenpflänzchen da! Viel zu viel für meinen Stadtbalkon!

Die Hälfte habe ich behalten und davon meiner Mutter auch noch ein paar abgegeben. Aber wo fand ich nun so schnell Abnehmer für den Rest? 7 Pflänzchen bin ich in unserem Mehrgenerationenhaus https://www.wingmbh.de/marthastrasse/ losgeworden und den Rest auf dem Nachbarschaftsportal https://nebenan.de. Und ich hatte wirklich – trotz Pandemie – ganz zauberhafte Begegnungen. Eine Dame hat mich schon im Vorfeld gefragt, was ich dafür möchte (ich wollte aber nix!) und kam dann mit einem Dreier-Pack Piccolo an. Die zweite schenkte mir einen 4er-Pack Gesichtsmasken mit Geschenkband drumrum – total lieb! So kamen meine Mädels (mittlerweile 6 und 10) zu ihrer ersten Wellness-Behandlung :-). Auch ein kleines Highlight für die Beiden. Zwei Pflänzchen haben die Mädels zu einem Nachbarn gebracht und kamen danach freudestrahlend mit Schokolade in der Hand wieder daheim angetrabt. Schön, wenn es menschelt und wieder vorsichtige zwischenmenschliche Begegnungen möglich sind!

Selbstversuch Konsumverzicht

Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com

In der Zeit des Lockdowns haben wir uns ganz gut ans Online-Shopping gewöhnt: hier ein Mausklick, da ein Mausklick – ach ja, das könnten wir noch brauchen… der Paketbote bringt’s ja ganz bequem an die Haustür! Bei uns wird er selbstverständlich immer wieder mal mit Trinkgeld entlohnt, die haben ja wirklich einen Riesenstress im Moment.

Anfang des Jahres dachte ich, das kann’s doch nicht sein. Wir haben doch genug. Genug Spielzeug, genug Kleidung, etc. Gar kein Grund für all diese Online-Einkäufe! Außerdem, so meinte ich, sollten wir uns mal wieder aufs Wesentliche besinnen. Gesagt, getan. Ich habe am 8. Februar die „Konsumsperre“ ausgerufen. Einen Monat lang nix bestellen. Ich muss sagen, die Kinder haben das echt gut akzeptiert. Wenn mal wieder ein Wunsch aufgetaucht ist, reichte ein Hinweis auf die „Konsumsperre“. Jetzt fehlt uns noch eine Woche und ich glaube, die kriegen wir auch noch gut rum.

Ein paar Ausnahmen mussten wir allerdings machen: die Schuhe meiner großen sind kaputt gegangen und sie hatte leider nur ein Paar, da war also ein dringender Kauf fällig. Auch eine Übergangsjacke haben wir bestellt, da es ja urplötzlich so warm geworden ist….

Bei mir selbst habe ich das Ganze jetzt noch ausgeweitet: ich habe mir vorgenommen, bis Jahresende überhaupt keine neuen Klamotten, ausgenommen Socken und Unterwäsche, zu kaufen. Als ich vor einigen Wochen meinen Kleiderschrank ausgemistet habe – auch so eine Tätigkeit, zu der man im Lockdown kommt – fiel mir auf, wie viele Sachen ich noch kaum getragen habe. Und trotzdem kaufte ich mir immer wieder neue Teile. Ich muss sagen, dass ich beim Thema Kleidung schon seit zwei, drei Jahren mehr auf Nachhaltigkeit achte. Ich versuche, hauptsächlich faire Kleidung zu kaufen. Meine Kaufräusche lebte ich in gemeinnützigen Secondhand-Läden aus. Ja, es gibt hier in Nürnberg wirklich zwei sehr schöne: Lilith in der Innenstadt und Vinty’s in der Fürther Straße. Auch bei Oxfam (Nähe Weißer Turm) wurde ich manchmal fündig. Trotzdem „passierten“ mir hin und wieder Versandhausbestellungen von so genannter „Junkmode“. Eigentlich weiß ich schon beim Bestellen, dass die Qualität nicht besonders langlebig ist, aber irgendwas in mir muss dieses Teil dann einfach haben.

Was verspreche ich mir von diesem klamottenfreien Jahr? Eine bessere Auslastung der vorhandenen Garderobe, mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Reduktion aufs Wesentliche. Was brauche ich wirklich?

Noch ist alles gut. Natürlich sind im letzten Monat wieder einige Kataloge ins Haus geflattert. Einige schmeiße ich sofort weg, andere blättere ich durch – ganz entspannt, denn ich muss mir ja nicht überlegen, was davon ich kaufen möchte! Ich bin mir sicher, dass irgendwann der Moment kommt, an dem ich einfach nur etwas kaufen will, aber damit ich nicht nachgebe, stelle ich diesen Text in diesen Blog! Ich will den Druck erhöhen!

Zu Weihnachten hat mir mein Mann einen Gutschein für eine Boutique mit fair gehandelter Mode geschenkt. Ich denke, diesen Gutschein spare ich mir für schlechte Zeiten auf, denn bisher konnte ich ihn ja nicht einlösen…

Bin gespannt, was dieses Jahr mit mir macht und ob es mir gelingt, mein Konsumverhalten nachhaltig zu verändern!

Winterfreuden

Heute haben wir es endlich zum Schlittenberg in unserer Stadt geschafft! Die Mädchen haben mich angestrahlt, als ich sie von der Notbetreuung abgeholt habe und ihnen gesagt habe, dass ich den Schlitten im Auto hab. Kurz vor der Ankunft am Schlittenberg ein mulmiges Gefühl: Wird viel los sein? Werden wir vielleicht sogar von der Polizei wieder nach Hause geschickt? Man hat ja im letzten Jahr so viel erlebt und auch so viele Bilder in den Nachrichten gesehen… Ach, was soll’s! Sehnsucht und Vorfreude waren viel zu groß, ich warf die Bedenken über Bord und steuerte den Parkplatz an. Ja, es war was los! Aber natürlich hat niemand vergessen, dass wir in einer Pandemie-Zeit leben. Die Familien blieben unter sich und hielten Abstand. Das Gelände war zum Glück weitläufig.

Also, nichts wie raus aus dem Auto und rauf auf den Schlitten! Allein dem winterlichen Treiben zuzuschauen, löste in mir eine riesige Freude aus! In meiner Kindheit gab es jeden Winter reichlich Schnee und das Schlittenfahren war immer ein Heidenspaß für uns Kinder! Zurück in die Gegenwart: am Fuße des Hanges stand bereits eine ganze Armada von Schneemännern (es waren bestimmt mehr als 15), anscheinend haben die Menschen in diesem Jahr besonders viel Zeit zum Schneemann bauen. Es gibt echt keinen Grund, den Verfall des Schneemannes zu beklagen (aktueller Artikel im ZEIT-Magazin)!

Ehe ich mich versah, waren meine zwei Mädels mit dem Schlitten schon auf halber Strecke auf dem Weg nach GANZ oben (es gibt an dem Hang mehrere Abfahrtmöglichkeiten). Während die beiden ihren Spaß hatten, konnte ich gut beobachten, wer da so alles den Hang hinuntersauste: Mütter mit ihren Kleinkindern, ein Opa mit seinem Enkel, der die Schlittenfahrt mindestens genauso genoss, Väter mit und ohne Kinder, Kinder allein und zu zweit, eine Jungs-Gang, mit drei identischen blauen Lenkschlitten, die den Hang etwas aufmischten und alle strahlten sie über das ganz Gesicht. UNBESCHWERTHEIT. Was haben wir dich vermisst.

Corona war zwar da, aber an diesem Nachmittag war das Virus unwichtig und klein. Beim Schlittenfahren gibt es keine Einschränkungen: man kann ohne Mundschutz, alleine oder mit einer Person seines Haushalts (wieder so ein Wort, das im letzen Jahr eine ganz neue Bedeutung bekommen hat) den Hügel hinunterbrausen! Zur Nachahmung empfohlen! 🙂

Corona-Test die Zweite

Jetzt musste ich mich zum zweiten Mal auf das Virus testen lassen. Ja es ist wieder Erkältungszeit. Meine Große hat irgendeinen Infekt aus der Schule mitgebracht, ein wenig Schnupfen, ein wenig Husten – bei ihr war das Ganze nach 3 Tagen ausgestanden. Letzten Freitag fing es dann bei mir an, erst mit einer laufenden Nase, dann einem ausgewachsenen Schnupfen und schließlich, seit Montag, etwas Husten. Bei mir ein ganz normaler Infektverlauf. Aber zurzeit ist ja nix normal. Mit Schnupfen unter dem Mundschutz hält man es kaum aus und auch ohne Infekt löst langes Tragen des Mundschutzes gerne mal einen Hustenreiz bei mir aus.

Natürlich war ich diese Woche noch nicht in der Arbeit, ich weiß, dass ich dort im Moment nicht gern gesehen bin. Nach zwei Krankheitstagen benötige aber auch ich eine Krankmeldung und siehe da, der Arzt besteht auf einem Corona-Test, obwohl ich zu keinem Zeitpunkt Fieber hatte.

Die Zeiten sind einfach anders, die Angst, sich anzustecken ist groß. Man will keine neuen Infektionsherde. Die Zeiten, in denen man seine Erkältung einfach alleine zu Hause auskurieren konnte, sind längst vorbei. Ist das die totale Kontrolle? Ein wenig mulmig wird mir schon, wenn ich daran denke. Aber ich bin keine Verfechterin von Verschwörungstheorien und ich fürchte, dass wir uns in dieser Pandemie-Zeit an etwas mehr staatliche Kontrolle gewöhnen müssen. Vor allem in Berufen, in denen man mit Menschen zu tun hat, so wie ich als Lehrerin, werden die Tests verpflichtend und zur gängigen Praxis. Wir sollten damit aufhören, diejenigen zu stigmatisieren, von denen wir wissen oder vermuten, dass sie krank sind und die Wohnung oder ihr Haus nicht verlassen dürfen, denn es kann in diesem Herbst jeden von uns treffen und wahrscheinlich wird es irgendwann zur Normalität werden.

Aber eine Sache treibt mich doch noch um: Kann man diese Tests nicht irgendwie weniger entwürdigend gestalten?

Ich musste über eine Stunde auf dem Flur einer gut besuchten Arztpraxis warten und Blicke von den „normalen“ Patienten über mich ergehen lassen. Als der Arzt schließlich in seiner Schutzkleidung zu mir rauskam, um mich zu untersuchen (ja, das hat er wirklich gemacht!) und um den Abstrich vorzunehmen, waren andere wartende Patienten quasi „live dabei“. Eine Trennwand hätte doch schon genügt…

Was habt Ihr für Testerfahrungen gemacht? Ihr könnt eure Erlebnisse gern in die Kommentarfunktion reinschreiben. 🙂

Weisheiten einer 5-jährigen

Oh ja, die Kleine ist mittlerweile ein Vorschulkind. Hier die aktuellste Begebenheit:

An der festlichen Kaffeetafel anlässlich der Erstkommunion ihrer großen Schwester fragt sie laut und deutlich in einem Moment der Stille: „Wieso hat der Opa der Oma nicht geholfen? Wieso hat er dich nicht abgeputzt?“ [Anmerkung: Meine Eltern sind seit 27 Jahren aus gutem Grund geschieden. Ihr Verhältnis ist mal besser mal schlechter, zurzeit tolerieren sie sich nur.]

„Hilfe, was mach ich nur! Was, wenn die Stimmung kippt?“ denke ich. Einen Moment lang konsternierte Gesichter in der Runde. Dann verteidigt sich mein Vater lautstark:“Hast du eine Ahnung!“ – Meine Mutter, am anderen Ende des Tisches (Wo auch sonst?), schüttelt energisch mit dem Kopf. „Die Jungs hab ich wohl gewickelt, bei dir (ich bin das dritte Kind) weiß ich nicht mehr so genau…“ – Die Rettung kommt von meinem Bruder: „Also ich kann mich nicht mehr daran erinnern“, meint er mit einem Augenzwinkern und fragt in die Runde: „Oder kann sich hier irgendjemand daran erinnern?“ – Allgemeines Gelächter und das Thema ist vom Tisch. Puh, das ist ja noch mal gut gegangen 😉

Heute früh, auf dem Weg zum Kindergarten, fragt M. mich: „Mama, wer in deiner Arbeit hat Corona?“ Schnell sage ich: „Niemand.“ Und denke bei mir: „Oh weh, hoffentlich sagt sie nichts im Kindergarten…“ [An der Schule, an der ich unterrichte, haben wir tatsächlich einen Fall, aber alle, die irgendwie davon betroffen sind, sind längst in Quarantäne.] Jedenfalls wurde M. nicht nach Hause geschickt. Aber so wie’s aussieht, wird es noch viiiiiiiiiiiiiiiiel Stoff für diese Rubrik geben… wär ja sonst auch langweilig, oder? 😉

Plan B

Eigentlich sollte es nach Südfrankreich gehen  – in ein Mobilheim auf einen Campingplatz mit Streichelzoo, riesigem Swimmingpool und allem, was das Kinderherz so begehrt. Und natürlich wollten wir auch einen Abstecher nach Spanien machen, da der Campingplatz nur ca. 30 km vor der Grenze liegt. Und dann kam Corona.

Ja, ich weiß – auch sehr viele von Euch mussten ihre Pläne ändern. Flexibilität haben wir wohl alle gelernt in dieser Zeit.

Jedenfalls konnte ich den Urlaub nicht einfach so stornieren und meine Reiserücktrittsversicherung, die ich vorausschauend abgeschlossen hatte, griff nicht bei Corona (Wieso kann mir eigentlich keiner erklären, warum??).

Nun denn, ich konnte den Urlaub umbuchen – aus dem Mobilheim in Südfrankreich wurde ein Familienzelt im Schwarzwald 🙂

Letzte Woche war es nun soweit und so starteten wir unsere Campingerfahrung Nummer drei. Unser Familienzelt stand am Rande des idyllischen Campingplatzes Kinzigtal etwa 20 Autominuten von Offenburg entfernt. Wir hatten die letzte Zeltreihe und somit beim Frühstück vor unserem Zelt einen herrlichen Ausblick ins Tal und konnten direkt vom Zelt aus kleine Wanderungen starten. Anstelle des Swimmingpools konnten wir kostenlos ins direkt angrenzende und ganz frisch sanierte Freibad der Gemeinde gehen – ein echtes Highlight für die Kinder. Selten waren wir so oft an der frischen Luft wie in diesem Urlaub! Das Wetter war fast die ganze Woche schön und so musste jeden Tag ein anderer Hügel erklommen oder ein anderer Spielplatz entdeckt werden! Der Schwarzwald ist wirklich ein tolles Ziel für Urlaub mit kleineren Kindern!

Und unser Familienzelt? Hat seinen Zweck gut erfüllt. Es war sehr geräumig und hatte zusätzlich zu einem großen Innenraum zwei Schlafkabinen, eine mit Doppelbett und eine mit zwei Einzelbetten, und eine kleine Kochecke mit Kühlschrank und Gaskocher. Nur auf fließendes Wasser und eigene Toilette/Dusche mussten wir verzichten. Morgens und abends haben wir uns eigentlich immer selbst versorgt, tagsüber waren wir meist unterwegs. Nur das Geschirrspülen hat nicht so viel Spaß gemacht – darum haben wir uns immer gezankt. Aber dafür wissen wir unsere Geschirrspülmaschine hier in der Wohnung wieder so richtig zu schätzen 🙂

Obwohl wir am Nachmittag noch gut ins Freibad konnten, waren die Nächte im Zelt schon ganz schön frisch. Die Kinder krochen oft im Laufe der Nacht zu uns Doppelbett und so haben wir dann eng aneinander gekuschelt bis zum Morgen geschlafen.

Für diejenigen von Euch, die sich auch für einen Urlaub im Schwarzwald interessieren, hier noch unsere Highlights:

  • Wald- und Erlebnispfad Bächlewald in Haslach. Ein wirklich schöner Waldspaziergang – allerdings müssen die Kinder sehr lange laufen, bis die Spielstationen kommen. Am Startpunkt liegt ein Gasthaus mit Biergarten und schönem Spielplatz.
  • Park mit allen Sinnen in Gutach. Ein sehr langer und abwechslungsreicher Barfußpfad. Die Hartgesottenen waten auch barfuß durch den Schlamm – ein herrliches Gefühl! Meine Füße waren nach der Runde wunderbar durchmassiert.
  • Sommerrodelbahn in Gutach
  • Wanderung zu 3 Spielplätzen von Steinach nach Bollenbach und wieder zurück. Die Wanderung ist in einem kleinen kostenlosen Wanderführer der Gemeinde Steinach beschrieben.
  • Abenteuerpfad in Hausach mit sehr vielen Spielstationen für Kinder (und zwar von Anfang an!)
  • Deutschlands höchste Wasserfälle in Triberg: sehenswert, aber SEHR touristisch! Achtung, Abzocke: an jeder Kasse wird ein Beutelchen Erdnüsse als Futter für Eichhörnchen verkauft. Bitte nicht kaufen, wir haben kein einziges gesehen und sind der Meinung, dass sich irgendjemand mit den Erdnüssen eine goldene Nase verdient…
  • Tagesausflug nach Freiburg

So, dann habe ich heute mal ein bisschen Werbung für den Schwarzwald gemacht 🙂

Noch mehr gute Tipps findet Ihr auf der Seite von CampingNerd https://campingnerd.de/schwarzwald/

Wir würden jederzeit wieder hinfahren! Aber für nächstes Jahr mache ich lieber noch keine Urlaubspläne… wie haltet Ihr das?

Die 4 lässt grüßen

Et voilà, meine neuesten Errungenschaften aus dem Drogeriemarkt: eine straffende Augencreme und eine Lesebrille.

Wie es dazu kam? Vorgestern früh habe ich etwas zerknautscht in den Spiegel gekuckt und unter dem rechten Auge etwas entdeckt, das vorher definitiv NICHT da war… kurzes Innehalten und Entsetzen. Nach eingehender Inspektion musste ich zugeben: Jetzt ist es soweit! Ich kann das Alter nicht länger wegignorieren. Sofort setzte ich gedanklich die Antifalten-Creme auf die Einkaufsliste.

Und die Lesebrille? Seit einigen Wochen verschwimmt das Sichtfeld beim abendlichen Lesen in meinem Buch, ich habe das Gefühl, der Hintergrund drängt sich in den Vordergrund (sorry an alle Brillenträger – ich hab echt null Ahnung, für mich ist das absolutes Neuland). Als meine Mutter diese Woche hier war, hab ich sie vorsichtig gefragt, seit wann sie ihre Brille hat. Ja, also, sie wäre schon weit über 50 gewesen, war die erste Auskunft. Aber nach einigem Überlegen meinte sie dann doch, dass sie die Lesebrille so mit 40 gebraucht hätte – ich solle mir doch mal so eine aus dem Drogeriemarkt zum Testen holen. Gesagt, getan. Ich muss sagen, dasss Aha-Erlebnis war enorm! Jetzt muss ich beim Lesen nicht mehr die Augen zusammenkneifen und der Hintergrund drängt sich nicht mehr in den Vordergrund… habe die Lesebrille heute auch schon beim nachmittäglichen Malen mit den Kindern getestet und für gut befunden – auch, wenn ich nach Aussagen meiner inzwischen 5-jährigen mit der Brille „ekelhaft“ aussehe 🙂

Sie wird sich schon noch daran gewöhnen…

Und ich? Ich lerne, die Dinge zu akzeptieren, so wie sie sind.

Ich bin froh, dass ich keine zwanzig mehr bin.

Ich freue mich

-über Lebenserfahrung,

-darüber, dass ich nicht mehr jedem Trend hinterherlaufen muss,

-darüber, dass ich weiß, was mir guttut und was nicht,

-darüber, dass ich endlich nicht mehr „Everybody’s Darling“ sein muss!

Deshalb: ein Hoch auf die nahende 40!!!