Dieser Debütroman von Jessica Mawuena Lawson hat mich richtig in den Bann gezogen und meinen persönlichen Horizont ganz schön erweitert.
Er erzählt die Geschichte von Kekeli, die gerade ihr Abi in der Tasche hat und sich spontan mit ihrer Cousine aus Togo und einem Geschwisterpaar aus Ghana aufmacht, um an einem Dokumentarfilm über Schwarze Menschen in Deutschland mitzuarbeiten. Stationen ihrer Reise sind das Konzentrationslager Buchenwald und verschiedene Orte in Berlin. Es ist die Geschichte von jungen Menschen, die nach den Wurzeln ihrer eigenen kulturellen Identität suchen. Sie stoßen auf Leid z.B. im Konzentrationslager Buchenwald, wenn sie an Gert Schramm denken, der als 15jähriger als einer der ersten schwarzen Häftlinge dorthin verschleppt wurde und Zwangsarbeit leisten musste. Auf ihrer Reise reflektiert Kekeli auch die Situation ihres togolesischen Vaters und man erfährt auf eindringliche Weise, wie häufig und in welcher Form Schwarze Menschen im Alltag diskriminiert werden.
In Berlin finden die jungen Erwachsenen aus Süddeutschland schließlich viele Kraftorte ihrer Community z.B. ein Friseurstudio, das sich auf Afrohaare spezialisiert hat, und treffen kreative Menschen, die sie inspirieren. Der Roadtrip wird zum echten Erweckungserlebnis für die eher schüchterne und introvertierte Kekeli. Eine Verwicklung mit der eigenen Familiengeschichte und die erste zarte Liebe machen den Lesegenuss perfekt.
All das erzählt Jessica Mawuena Lawson in einer klaren und schönen Sprache. Ihre Beschreibungen sind einfach ein Genuss! Man darf auf weitere Bücher gespannt sein!
